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SYNOPTISCHE ÜBERSICHT KURZFRIST

ausgegeben am Samstag, den 25.07.2026 um 18 UTC

SCHLAGZEILE: EVELINE und FLOORA mischen auf - im Norden regenreicher Sonntag, teils gewittrig.

Synoptische Entwicklung bis Montag 06 UTC

Aktuell …

fällt der Luftdruck bei uns in Deutschland, was zwar nicht immer, aber häufig ein Zeichen dafür ist, dass sich was tut beim Wetter. Und tatsächlich fällt beim Betrachten der 12-UTC-Analyse auf, dass vom Hochkeil der vergangenen Tage bei uns nicht mehr viel übrig ist. Stattdessen befinden wir uns inmitten eines breiten Bodentrogs, der sich ausgehend vom Nordmeertief EVELINE bis hinunter zu den Alpen erstreckt. Ausgestattet ist die gute EVELINE mit einem vollständigen Frontensystem, das von der Nordsee her Kurs auf den Vorhersageraum nimmt. Man könnte also meinen, dass das heutige Samstagswetter ein eher wechselhaftes, ein wolkenlastiges, vielleicht sogar mit Niederschlägen war und ist.

Dass dem mitnichten so ist, verdanken wir einem vom westlichen Mittelmeer über die Alpen nordwärts gerichteten Potenzialrücken, der noch die Stellung hält und für Absinken sorgt. So schien heute im größten Teil des Landes die Sonne von einem wolkenlosen oder nur locker bewölkten Himmel. Lediglich vom Schwarzwald bis zur schweizer Grenze und von dort bis hinüber zum Alpenrand bzw. dem südlichen Vorland gab es in überhitzter und angefeuchteter Subtropikluft (xSp) einige hochreichende Quellungen nebst einzelnen Schauern zu begutachten. Und auch hoch im Norden/Nordwesten tauchten zum Nachmittag dichtere Wolken auf, wenn man so will Vorboten des o.e. Frontensystems respektive des über dem Nordmeer positionierten Höhentrogs, der seine Fühler langsam gen Süden ausstreckt.

Darüber hinaus gilt es noch zu vermelden, dass heute nach einigen Tagen der Abstinenz die 30°C-Marke mal wieder häufiger überschritten wurde, insbesondere im Süden und Südwesten, bedingt aber auch in der Mitte.

In der nun folgenden Nacht zum Sonntag beginnt der Rücken langsam gen Osten abzuwandern. Den freiwerdenden Platz nimmt von Norden her der Nordmeertrog ein, der dabei gleichzeitig Fühlung zu einem Höhentief über Südfrankreich/Nordspanien aufnimmt. Entscheidender aber ist die Tatsache, dass die teilokkludierte Kaltfront mit ihrem Regenband SH, die gesamte Küste sowie den nördlichen Teil der Norddeutschen Tiefebene erreicht. Bis zum Morgen können dabei punktuell durchaus um 5 l/m² zusammenkommen, was in diesen trockenen Tagen ja schon als Erfolg zu werten ist.

Hin und wieder regnen kann es auch an der Grenze zur Schweiz sowie an den Alpen

  • dem angrenzenden Vorland. Die Wahrscheinlichkeit, dass auch ein, zwei Gewitter an den Start gehen, ist gering, aber nicht gleich null. Zwischen den genannten Baustellen bleibt ein breiter Streifen übrig, in dem die Nacht gering bewölkt oder klar und trocken über die Bühne geht. Die Tiefstwerte liegen zwischen 19 und 12°C, in den zentralen und östlichen Mittelgebirgen lokal um 10°C.

Sonntag …

setzt sich der zyklonale Trend von Norden bzw. Nordwesten her fort. Heißt konkret Ausweitung des nordischen Potenzialtrogs südwärts, während die Kaltfront Schwierigkeiten hat, Boden nach Süden hin gutzumachen. Grund ist eine flache Welle (FLOORA), die sich auf der Südwestflanke der stationären EVELINE über dem Osten UKs bzw. der westlichen Nordsee bildet. So geht die Kaltfront in die Warmfront dieser Welle über, wodurch sie in ihrer Progression landeinwärts ausgebremst wird. Trotzdem dehnt sie ihren Wirkungsradius bis in die mittleren Landesteile aus, allerdings mehr durch aufziehende Bewölkung denn durch vor allem nach Westen hin dringend erforderlichen Regen.

Der schlägt dafür im Norden ordentlich zu, wo nicht nur das Schleifen der Front, sondern auch eine leichte Labilisierung durch die Annäherung des Höhenstrogs zum Tragen kommt. Die Regenfälle werden zusehends konvektiver bzw. werden konvektiv verstärkt. Selbst eingelagerte Gewitter sind plausibel, auch wenn mangels Einstrahlung nicht allzu viel an CAPE geboten ist. So oder so, speziell vom nördlichen NDS über den Hamburger Raum und den Süden SHs bis hinüber nach MV zeichnet sich ein Korridor mit erhöhter, von West nach Ost fortschreitender Starkregenwahrscheinlichkeit ab, sei es ein- oder auch mehrstündig.

Anfällig für Schauer und einzelne (markante) Gewitter (SR, kleiner Hagel, Böen bis 8 Bft) bleiben auch der äußerste Süden und Südosten, was zu einem Großteil auf das Konto o.e. Höhentiefs geht. Dieses schließt sich nunmehr als Randtrog dem nördlichen Haupttrog an, so dass morgen quasi das ganze Land unter Trogeinfluss liegt. Trotzdem bleibt zwischen den angesprochenen Aktivzonen eine Art kompensatorischer Streifen übrig, der sich vom Südwesten bis in die östliche Mitte erstreckt. Dort dürften morgen nicht nur die meisten Sonnenstunden verbucht werden, es bleibt auch weitgehend trocken. Dazu frischt der westliche Wind im Tagesverlauf z.T. stark böig auf mit Spitzen bis zu 7 Bft, auf einigen Kämmen und Kuppen der Mittelgebirge 8 Bft (Brocken 9 Bft). Grund ist eine von der Mitte südwärts laufende Druckanstiegswelle, die möglichweise das Resultat einer vorlaufenden, abgesehen vom Wind wetterunwirksamen Splitfront ist.

Während in der NW-Hälfte mit 19 bis 26°C das Ende der thermischen Fahnenstange erreicht ist, stehen sonst 26 bis 32°C auf dem Zettel.

In der Nacht zum Montag zieht die Welle über Südskandinavien ostwärts, wodurch die Kaltfront aus ihrer “Gefangenschaft” entlassen wird und südostwärts vorstoßen kann. Begleitet wird sie vom Nordmeertrog, dessen Hauptachse langsam ostwärts schwenkt. Die schauerartigen, teils gewittrigen Regenfälle aus dem Norden breiten sich unter allmählichem Intensitätsverlust bis in die Mitte und den Osten aus (das RMG geht höchstwahrscheinlich aber leer aus, was bitter ist). Südlich der Donau wird die Druckwelle etwas aktiviert, während sonst Druck- und Potenzialanstieg von Westen her für eine allmähliche Wetterberuhigung sorgen.

Noch zwei, drei Sätze zu Wind und Temperatur. Während der westliche bis nordwestliche Wind im Binnenland mit Ausnahme einiger Hochlagen Substanzverlust anmeldet, frischt er an der Küste (erst Nord-, dann Ostsee) spürbar auf mit Böen 7, an der Ostsee bis 8 Bft (ICON). Thermisch macht sich in der NW-Hälfte die frisch eingeflossene maritime Polarluft (mP; T850 nur noch 8 bis 4°C) bemerkbar mit Minima zwischen 16 und 12°C (Wolken und ein nicht gänzlich einschlafender Wind verhindern eine größere Abkühlungsrate). Ansonsten liegt die Tiefsttemperatur zwischen 20 und 14°C.


Synoptische Entwicklung bis Dienstag 06 UTC

Montag …

hat die in der Frühübersicht ausführlich beschriebene Diskrepanz zwischen ICON und den externen Modellen - es geht um einen potenziellen, von NRW bis hinüber zur östlichen Mitte reichenden Schauerstreifen - weiter Bestand. Neues dazu im “Wort zum Sonntag”, der morgigen Frühübersicht.

Modellvergleich und -einschätzung

Es ist alles geschrieben.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach

Dipl. Met. Jens Hoffmann

SYNOPTISCHE ÜBERSICHT KURZFRIST

ausgegeben am Donnerstag, den 23.07.2026 um 18 UTC

SCHLAGZEILE: Abklingende Gewitter im Nordosten, danach sehr ruhiges und zunehmend heißes Hochdruckwetter. Am Samstag in den südlichsten Gebirgen erste Gewitter.

Synoptische Entwicklung bis Samstag 06 UTC

Aktuell …

liegen wir noch zwischen den Stühlen. Ein Stuhl ist das sich zunehmend regenerierende Hoch über dem Atlantik mit neuem Ableger im Bodendruckfeld, der sich am Abend aus Westen hereinschiebt und neu auf den Namen “Norbert” hört. Der andere Stuhl ist ein älteres Modell in Form des gealterten Bodentiefs “Deborah” über Polen, wozu auch ein ausgedehnter Potentialtrog gehört, der sich nach Süden bis nach Österreich erstreckt. Dieser Trog wandert jetzt nach Osten ab, während es von Westen zu Geopotentialanstieg kommt. Dabei formt sich ein Rücken mit Achse ausgehend vom westlichen Kanal bis nach Mittelnorwegen. Zwischen den Stühlen bedeutet also, dass wir aktuell unterhalb des ausgeprägten Geopotentialgradienten liegen. Dementsprechend hat sich eine kräftige Nordanströmung in der Höhe eingestellt (GWL Nz), während bodennah Nordwest überwiegt. Das führt dazu, dass sich die Temperaturen heute eher bedeckt halten was dem ein oder anderen nach den Hitzeeskapaden der letzten Wochen aber nur recht sein dürfte. Einen Sommertag mit über 25°C dürfte es nur entlang von Rhein und Mosel sowie knapp im Rhein-Main-Gebiet geben. Neben den gemäßigten Temperaturen haben sich unterhalb der neu gebildeten Absinkinversion zahlreiche Cu-Wölkchen gebildet, die nach Osten hin aufgrund erhöhter Grenzschichtlabilität und schwächerer Inversion auch noch deutlich höhere vertikale Mächtigkeit erreichen. Dies geht bis hin zu einem Streifen vom Haff bis zur Lausitz mit erhöhten CAPE-Werten von durchaus 300 bis 400 J/kg. In moderater DLS von etwas über 10 m/s haben sich mehrere Gewitter mit Multizellencharakter gebildet, von denen einige wenige auch einen erhöhten Organisationsgrad aufweisen. Das heißt, dass es neben kräftigem Regen auch mal ein Hagelkorn oder eine stürmische Böe von 8 Bft geben kann. Insgesamt hält sich das Geschehen aber warntechnisch in Grenzen, sodass die Ockerschublade nur im äußersten Notfall geöffnet werden muss. Wolkenfrei ist es nur in größeren Teilen des Südwestens sowie an der Ostseeküste. Dort wirkt der Skandi-Föhn recht eindrucksvoll, u.a. schön auf den aktuellen Satellitenbildern zu sehen mit einem großen, wolkenfreien Streifen.

Die kommende Nacht ist schnell abgehandelt: “Norbert” dehnt sich weiter nach Deutschland aus. Etwas Gradient verbleibt noch im Norden und Nordosten. Aus Richtung Nordsee breitet sich tiefe, aber meist eher flache St- oder Sc-Bewölkung über die gesamte Nordwesthälfte aus, sodass es dort tendenziell etwas milder bleibt als im Rest des Landes unter meist wolkenfreiem Himmel. Grundsätzlich steht uns dabei nochmal eine ziemlich frische Nacht ins Haus. Unter Bewölkung sinken die Werte auf etwa 10°C, unter klarem Himmel in der Südhälfte geht es auch schonmal auf 5°C runter. Vielleicht reicht es in den bekannten Kältelöchern (Stichwort: Marienberg-Kühnhaide) wieder für leichten Frost.

Freitag …

amplifiziert der Langwellentrog über Osteuropa noch weiter, allerdings hat sich das dazugehörige Bodentief über Polen und dem Baltikum bereits aufgelöst. Es folgt der Höhenrücken von Westen nach. Dieser liegt dann mit seiner Achse genau über Deutschland. Bodennah stellt sich eine Druckkonfiguration ein, die man fast nur noch mit Sumpf bezeichnen kann. In Abwesenheit eines nennenswerten Gradienten lassen sich kaum noch vernünftige Druckstrukturen ausmachen. Nur der äußerste Norden verbleibt noch im Bereich der Frontalzone, dort lassen sich noch ein paar Isobaren auf der Karte finden. Dementsprechend ist dort noch länger bewölkt, während die sonstige tiefe Bewölkung aus der Nacht mit dem Tagesgang zunehmend in Cu-Bewölkung transformiert wird und sich zum Abend zunehmend auflöst. Später tritt WLA-bedingt im Südwesten zunehmend Ci-Bewölkung in Erscheinung. Überhaupt nehmen die Temperaturen auch allmählich zu. Spätestens mit Durchgang der Keilachse dreht die Strömung zunehmend auf südwestliche Richtungen und setzt die Warmluftzufuhr in Gang. Höchstwerte dann am Oberrhein bereits wieder bis zu 30°C, während der Norden noch weiter recht kühl bleibt bei nur knapp über 20°C.

In der Nacht zum Samstag zonalisiert die Höhenströmung im Norden, während sich der Höhenrücken Richtung Süden zurückzieht. Ein Randtrog nähert sich allmählich an, verbleibt aber zunächst noch über der Biskaya liegen. Quintessenz: Bei uns passiert nichts Signifikantes. Im Norden ist es weiter bewölkt, in der Mitte und im Süden verbleibt es weiter maximal bei Ci-Bewölkung, teilweise klart es auch auf. Es wird nicht mehr ganz so frisch wie zuvor, aber teilweise gehen die Werte immer noch bis auf 8°C zurück. In der Westhälfte und an der Küste ist es teils schon deutlich milder, hier sinken die Werte auf 15 bis 12°C.


Synoptische Entwicklung bis Sonntag 06 UTC

Samstag …

erreicht der Randtrog den Südwesten Deutschlands. Die Temperaturen drehen deutlich auf und steigen im Südwesten auf über 30°C. Dabei bilden sich inneralpin und wahrscheinlich auch im Südschwarzwald einzelne Gewitter, die später gen Abend noch aus dem Bergland herauslaufen. Bei mäßiger Scherung von 10 m/s sind wohl keine gröberen Sachen zu erwarten. Ausführlicher wird dazu in der Frühübersicht von Jens Hoffmann berichtet.

Modellvergleich und -einschätzung

Angesichts der Lage gibt es keine diskutablen Modellunterschiede. Etwas Kopfzerbrechen bereitet noch die Konvektion am Samstag, die zuletzt auch deutlich stärker gezeigt wurde. ECMWF zeigt auch immer noch etwas bessere Bedingungen für intensivere Entwicklungen. Es gilt wie immer, abzuwarten.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach

M.Sc. Felix Dietzsch

SYNOPTISCHE ÜBERSICHT KURZFRIST

ausgegeben am Donnerstag, den 23.07.2026 um 08 UTC

GWL und markante Wettererscheinungen: GWL: Noch Nz (Nord zyklonal)

NORBERT der Gemütliche - meist ruhiges und warnarmes Wetter auf zunächst überschaubarem Temperaturniveau. Bis Samstag von Südwesten aber zunehmend sehr warm bis heiß.

Synoptische Entwicklung bis Samstag 24 UTC

Donnerstag…

bleibt die Großwetterlage in ihren Grundfesten konstant: auf dem Atlantik das umfangreiche Hoch mit Potenzialunterstützung aus der Höhe, knapp östlich der ausladende LW-Trog zwischen Nordpolarmeer und SE-Europa. Ergibt bei uns eine weitgehend glattgestellte, nach Osten hin noch leicht zyklonal konturierte nördliche, im Süden eher nordwestliche Höhenströmung, in der keine besonderen dynamischen Impulse zu erwarten sind. Die “Musik” spielen in der Regel ja die kurzen Wellen, die Rand- und Sekundärtröge usw., von denen sich heute aber nicht wirklich einer blicken lässt. Gestern Abend und in der Nacht ist ein solches Exemplar tatsächlich mal über den Nordosten und Osten hinweggeschwenkt und hat auch gleich für einige, teile elektrische Überentwicklungen gesorgt. Inzwischen hat sich die Szenerie nicht zuletzt mit Hilfe des Tagesgangs aber beruhigt (am frühen Morgen nur noch ganz wenige Schauer). Nichtsdestotrotz, die Nähe zum nicht weit entfernten Trog gepaart mit leidlicher Labilität der einfließenden polaren Meeresluft (mP; T850 um 6°C) sowie steigendem Sonnenstand lassen die Konvektion insbesondere in einem etwa von Vorpommern bis hinunter nach Ostsachsen verlaufenden Korridor im Tagesverlauf wieder aufleben. Im genannten Streifen ist auch die Feuchtezufuhr von der Ostsee am besten ausgeprägt, so dass die erforderliche CAPE erzeugt werden kann - nicht im Übermaß, aber ausreichend. Kurzum, im Osten darf man heute neben Schauern auch einzelne Gewitter erwarten, die in der Regel aber in der untersten, der gelben Liga unterwegs sind. Die Wahrscheinlichkeit für markante Gewitter (Böen 8 Bft/Starkregen 15 l/m²/h) ist gering. Gering ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass der mitunter böig auflebende Nordwestwind steife Böen 7 Bft am Fließband produziert, so dass sich eine Warnung nicht wirklich aufdrängt.

Ansonsten ist festzuhalten, dass das o.e. Hoch seinen Schwerpunkt zwar nach Westen weit raus auf den Atlantik verschoben hat. Der breite und wuchtige, über UK/Irland, Benelux und Frankreich bis zum Balkan gerichtete Keil bleibt uns aber erhalten. Wenn man so will, ist er gerade dabei, sich nach dem gestrigen Durchgang einer schwachen und nahezu wetterinaktiven Kaltfront zu erholen, was ihm auch gleich mal einen neuen Namen eingebracht hat: Aus MORITZ (inzwischen weiter östlich) wurde NORBERT. Gemeinsam mit dem im Grenzbereich Polen-Belarus-Litauen angelandeten Tief DEBORAH wird von Nordwesten nicht nur in den Osten, sondern auch in die übrigen Landesteile maritime Polarluft gesteuert, in der das gemäßigte Temperaturniveau erhalten bleibt. Am meisten kann sich die Luft im Süden und Südwesten erwärmen, wo mit Hilfe der nur bedingt durch Wolken gestörten Sonne 23 bis 27°C anvisiert werden. Die meiste Bewölkung im Süden ist am Alpenrand anzutreffen, wo erstens noch Reste der besagten Kaltfront rumlungern und zweitens etwas Stau erzeugt wird. Sogar einzelne Schauer können nicht ausgeschlossen werden.

Von der Mitte aufwärts bis hoch in den Norden startet der Tag vielerorts mit geschlossener tiefer Bewölkung, die sich unterhalb einer zwischen 900 und 800 hPa positionierten Absinkinversion ausgebreitet hat. Hier besteht aber die nicht unberechtigte Hoffnung, dass die Wolken mit dem Tagesgang mehr und mehr “angeknabbert” werden bzw. Lücken reißen, um der Sonne insbesondere am Nachmittag und Abend Entfaltungsmöglichkeiten einzuräumen. Im Nordosten klappt das jetzt schon ganz gut, was dem Einschub trockenerer Luft aus dem Süden Skandinaviens geschuldet ist. Skandenföhn lautet hier das Stichwort, der durch Überströmen der norwegischen Gebirge eine Abtrocknung bewirkt, von der bei nordwestlicher Anströmung auch Teile Nord- respektive Nordostdeutschlands profitieren. Namentlich sind die Profiteure SH inkl. dem Großraum HH sowie MV, bedingt auch noch das nördliche BB und das nördliche ST. Thermisch stehen 20 bis 24°C, im nordwestlichen NDS sowie an Küstenabschnitten mit auflandigem Wind unter 20°C auf der Karte.

In der Nacht zum Freitag verlagert sich der knapp westlich von uns platzierte Höhenrücken etwas nach Osten, wodurch Absinken weiter gefördert und der Bodenhochkeil noch mehr gestützt werden. Für weite Landesteile bedeutet das eine gering bewölkte oder klare Nacht bzw. weiteren Rückgang der am Abend noch vorhandenen Tagesbewölkung. Wie so oft im Leben heißt es aber auch hier, keine Regel ohne Ausnahme. In diesem Fall trifft es den Nordwesten und Teile Norddeutschlands. Gerade Richtung Deutsche Bucht löst sich die tiefe Bewölkung vom Tage wahrscheinlich nicht überall auf. Darüber hinaus ist von der Nordsee und den Niederlanden Nachschub garantiert, so dass vor allem NDS, aber auch Teile NRWs sowie der anderen norddeutschen Bundesländer mit ST/SC versorgt werden. Je nach Bewölkung kühlt es ab auf 14 bis 6°C, in einigen Kältelöchern der Mittelgebirge und des Südens sogar noch etwas darunter. Direkt am Meer liegt das Minimum dagegen stellenweise bei 15 oder 16°C.

Freitag…

verlagert sich der Höhenrücken weiter ostwärts, so dass er am Tagesende den gesamten Vorhersageraum überdeckt. Da macht es nicht viel aus, dass der weiterhin präsente Hochkeil NORBERT - im Wesentlichen strahlungsbedingt ein paar wenige Hektopascal von den Rippen nimmt. Subsidenz ist nach wie vor Trumpf, was ein Absinken der Inversion und eine damit einhergehende Stauchung der Grundschicht sowie weiteres Abtrocknen von oben zur Folge hat. So scheint morgen im gesamten Süden sowie in der Mitte die Sonne von einem wolkenlosen (insbesondere im Südwesten) oder nur locker bewölkten Himmel. Die Luft kann sich diabatisch deutlich erwärmen auf 25 bis 30°C (30°C punktuell am Oberrhein), wobei die 25°C-Isotherme vorrückt bis etwa einer Linie Wesel-Weißwasser (Lausitzer Füchse).

In der solaren Hinterhand am Freitag ganz klar die Nord- und Nordwestdeutschen, die gerade am Morgen und Vormittag das dicke Päckchen nächtlicher Stratus- und Stratocumulusbewölkung zu tragen haben. Bei insgesamt nur wenig Luftbewegung und entsprechend fehlender bzw. nur wenig vorhandener Turbulenz muss Klärchen ´ne Menge Kärrnerarbeit leisten, um das zähe Gewölk wegzubruzzeln - ein Unterfangen, was nach Meinung eigentlich aller gängigen hochauflösenden Modelle nicht vollständig gelingen wird. Oder um es anders auszudrücken, gerade im Nordwesten wird sich bis in die Abendstunden gebietsweise starke tiefe Bewölkung halten oder nur sporadische Lücken reißen. Es ist evident, dass es unter diesen Bedingungen bei weitem nicht so warm werden kann wie im Süden, was allerdings auch aus der Luftmasse per se ableitbar ist. So stehen im gesamten Norden Höchsttemperaturen von 19 bis 24°C auf dem Zettel, die niedrigsten Werte auf den Inseln.

In der Nacht zum Samstag hält der Rücken die Stellung bei uns, während sich aus dem Bodenhochkeil eine eigenständige Parzelle löst. Grund ist einsetzender Druckfall über Frankreich und SW-Europa, wo sich vom westlichen Mittelmeer her eine Tiefdruckrinne nach Norden vorarbeitet und sich zwischen das Mutterhoch auf dem Atlantik und die knapp ost-südöstlich von uns abplatzende 1015er-Parzelle schiebt. Nennenswerte Auswirkungen auf das Geschehen vor Ort hat das zunächst nicht. So steht eine weitere gering bewölkt bis klare Nacht ins Haus, selbst im Norden wird weiter am Abbau der zähen Tagesbewölkung gearbeitet. Während im Südwesten sowie direkt am Meer die Luft z.T. nicht unter 17 bis 15°C abkühlt, geht´s sonst runter auf 14 bis 8°C, im Südosten stellenweise noch etwas tiefer.

Samstag…

verlagert sich die Achse des Höhenrückens zwar etwas nach Osten, im Großen und Ganzen bleibt er aber noch für unser Wetter verantwortlich. Trotzdem gilt es schon mal ein Auge auf das Höhentief über der Biskaya zu werfen, das Anschluss an einen Trog über dem Nordmeer findet und in der Folge als südlicher Randtrog des gesamten Gebildes agiert. Zwar nähern sich beide dem Vorhersageraum, von einer wirklichen Vorderseite kann man aber eigentlich erst ab der Folgenacht sprechen. Gleichwohl, der Luftdruck fällt weiter und die Rinne zieht nach Deutschland rein, wo sie sich zu einem breiten Bodentrog ausweitet, der als Verbindungsglied zwischen einem Nordmeertief und einem Randtief bei den Balearen fungiert (12 UTC).

Kurzum, das gesamte Setup nimmt allmählich zyklonalere Formen an und auch bei der alternden Luftmasse tut sich was. Vor allem im Süden legt T850 teils absinkbedingt, teils advektiv deutlich zu, südlich der Donau geht´s hoch auf bis zu 21°C. Potenziell instabil ist die Schichtung im Süden ebenfalls und auch die Anfeuchtung der bis dato sehr trockenen Luft macht Fortschritte. Ob das alles am Ende tagsüber schon für die ersten Schauer oder gar Gewitter vom Südschwarzwald bis hinüber ins Allgäu reicht, ist allerdings fraglich. Zaghafte Andeutungen seitens der Numerik sind vorhanden, die Überzeugung fehlt aber noch.

Überzeugt sind Mensch und Maschine vom deutlichen Temperaturanstieg, der das Thermometer zwar nicht in schwindelerregende, zumindest in der Südhälfte aber sommerlich-heiße Sphären bringt: 28 bis 33°C lautet die Spanne, dazu viel Sonne und meist nur locker Wolken. Ähnliches Wetter auch in der Nordhälfte bei allerdings “nur” 25 bis 30°C, an der See je nach Windrichtung (überwiegend Südwest, aber das Potenzial für Seewind ist da) z.T. etwas weniger. Im Nordwesten kann es zeit- und gebietsweise auch mal wolkiger sein (z.T. noch Erbmasse aus der Nacht heraus), ein komplett grauer Tag zeichnet sich aber nicht ab.

In der Nacht zum Sonntag nimmt die Schauer- und Gewitterneigung mit Annäherung des Troges im äußersten Süden zu, ohne jetzt schon auf ohnehin noch unsichere Details einzugehen. Auch im Nordwesten verdichtet sich die Bewölkung wieder, allerdings ist diese jetzt hochreichender als zuvor und bringt spätestens in der zweiten Nachthälfte ersten Regen von der Nordsee her. Grund ist die Annäherung eines okkludierten Frontensystems, das zu dem o.e. Nordmeertief gehört und am Sonntag einen Großteil des Vorhersageraums beschäftigen wird (Norden, Westen, Teile der Mitte). Mit 19 bis 13°C Minimum bleibt diese Nacht deutlich milder als die Nächte zuvor, nur in einigen zentralen Mittelgebirgen oder im Harz wird´s etwas kühler.

Modellvergleich und -einschätzung

Der Kurs steht, kleine Unschärfen wurden im Text erörtert.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach

Dipl. Met. Jens Hoffmann

SYNOPTISCHE ÜBERSICHT KURZFRIST

ausgegeben am Mittwoch, den 22.07.2026 um 08 UTC

GWL und markante Wettererscheinungen: GWL: Nz (Nord zyklonal)

Im Süden und Südwesten Hochdruckeinfluss (MORITZ) und sommerlich warm. Sonst gemäßigte Tagestemperaturen und leicht wechselhaft, an der See heute windig bis stürmisch.

Synoptische Entwicklung bis Freitag 24 UTC

Mittwoch…

kommen wir aus einer für die letzte Julidekade doch ziemlich frischen Nacht. Herkunft und Qualität der vorherrschenden Luftmasse (abgetrocknete maritime Polarluft m/xP) machen sich bei langsam zunehmender Nachtlänge deutlich bemerkbar. Vor allem in der wolkenarmen bis -losen Südhälfte, aber auch in Teilen der Mitte ging´s mächtig bergab. Zwar hat es für Frost in Bodennähe (noch) nicht ganz gereicht, aber Werte unter der 5°C-Marke sind ja auch nicht von schlechten Eltern. Selbst in 2 m Höhe gab es ein paar wenige Stationen (darunter natürlich die üblichen Verdächtigen aus dem sächsischen Bergland Deutschneudorf-Brüderwiese und Carlsfeld) mit 5°C oder etwas darunter. Da macht doch das nächtliche Öffnen der Schlafzimmerfenster wieder richtig Spaß, auch wenn´s mit dem Nacktschlafen vielleicht erstmal vorbei ist.

Nicht vorbei ist die mit Nz titulierte Großwetterlage, die sich im Wesentlichen aus zwei Säulen zusammensetzt. Westlich von uns über dem nahen Atlantik eine hochreichende, also rückengestützte 1035+X-hPa-Antizyklone, von der aus sich ein fetter Keil bis zum Europäischen Nordmeer und ein zweiter (MORITZ) über die Alpen hinweg bis zum Balkan erstreckt. Die andere Säule befindet sich ost-nordöstlich von uns in Form eines vom Nordpolarmeer bis zum östlichen Mittelmeer reichenden Monumentaltrog, der mit einem mehrkernigen Tiefdrucksystem korrespondiert. Über Karelien und dem Nordwesten ist das die Familie CERRY (mittlerweile ist man bei der Namensgebung bei #4 und #5 angelangt), doch für das Geschehen bei uns zeichnet ein anderer kleiner aber feiner Sommerwirbel verantwortlich. Er schimpft sich DEBORAH, was der Verfasser aus in der gestrigen Frühübersicht dargelegten Gründen schwer anzweifelt, aber sei es wie es sei. Tatsache ist, dass dieses kleine, über Südnorwegen geborene Tief - in der Nachtanalyse von 00 UTC wurden sogar zwei 1010-hPa-Kerne gefunden - im Tagesverlauf über Südschweden hinweg in Richtung südöstliche Ostsee zieht. Zwar deutet sich keine weitere, zumindest nennenswerte Vertiefung mehr an. Trotzdem, der Druckgradient zum ortsfesten Hoch reicht aus, um den deutschen Küsten sowie dem küstennahen Binnenland einen windigen Mittwoch zu verpassen. Vor allem an der Nordsee (nordfriesische Küste mehr als ostfriesische) nimmt der “Nordwest” ordentlich Fahrt auf mit Böen Stärke 7-8 Bft, auf Sylt vielleicht sogar eine 9 Bft. Etwas gemäßigter die Ostseeküste, wo die Windrichtung eher West-Nordwest ist und Böen 8 Bft seltener auftreten, vor allem nach Osten hin.

Darüber hinaus gilt es zu berichten, dass die wenig wetteraktive Kaltfront des Tiefs am späten Vormittag bzw. in der Mittagszeit von der Deutschen Bucht bzw. von Dänemark her die küstennahen Areale erreicht, um von dort weiter landeinwärts vorzustoßen. Rückseitig wird eine frische Portion maritimer Polarluft zu uns gesteuert, die sich thermisch aber kaum abhebt (teils durch den Tagesgang kaschiert) von der präfrontalen Luftmasse. Apropos präfrontal, angetrieben durch schwache WLA hat sich unterhalb einer zwischen 900 und 850 hPa platzierten Inversion weitgehend geschlossene ST/SC-Bewölkung über weite Teile der Norddeutschen Tiefebene bis in den nördlichen und zentralen Mittelgebirgsraum ausgebreitet (NRW und Nordhessen z.B. sind heute Morgen komplett dicht), aus der lokal ein paar Tropfen fallen. Die Bewölkung wird noch ein kleines Stück nach Süden vorankommen und sich dabei in den nächsten Stunden bis zum Abend als ziemlich zähe Materie entpuppen, die nur wenige Platz für direkte solare Strahlung freigibt und immer mal wieder etwas Nass absondert, ohne dass das die monatliche Niederschlagsbilanz substanziell verändern würde.

Interessanter wird es dann ab dem Spätnachmittag respektive dem frühen Abend, wenn nämlich ein in die nord-nordwestliche Höhenströmung eingelagerter und an das Bodentief gebundener erster KW-Trog den Nordosten erfasst und dort für eine Labilisierung sorgt. Feuchte ist auch soweit vorhanden, dass etwas (skinny) CAPE generiert werden kann. Bei solider LL-Scherung entwickeln sich erste Schauer oder auch kurze Gewitter (Einzelzellen), die mit Böen 7-8 Bft und kleinkörnigem Hagel einhergehen können.

Völlig unbeeindruckt von den Geschehnissen weiter nördlich zeigt sich Süddeutschland, namentlich etwa ab der Mainlinie südwärts. Zwar wird der o.e. Hochkeil durch die sich von Nordwesten nähernde Kaltfront etwas gestaucht, was aber keinen großen Impact erzeugt. Mit anderen Worten, es scheint die Sonne von einem überwiegend nur locker bewölkten Himmel, was sich freilich auch auf die Temperatur auswirkt. Die steigt nämlich auf 24 bis 28°C, während von der Mitte nordwärts nur 20 bis 24°C auf der Karte stehen. An der Küste und auf den Inseln muss bei auflandigem Wind schwer um das Erreichen der 20°C-Marke gekämpft werden ein Kampf, der nicht immer zu gewinnen sein wird.

In der Nacht zum Donnerstag wird eine weitere Kurzwelle über den Nordosten und Osten geschleust, welche die Wettermaschinerie zwischen MV und Lausitz bzw. Erzgebirge am Laufen hält. Neben Schauern sind auch weitere Gewitter wahrscheinlich, wenn auch nur als Einzelkämpfer. In MV gibt es gar schwache Signale, dass neben den tagsüber schon aufgetretenen Begleiterscheinungen auch mal Starkregen um 15 l/m² innert kurzer Zeit mit dabei ist. Mit zunehmendem Abstand zwischen Tief und dem sich etwas abschwächenden Hoch (die 1035iger-Isobare wird in der Nachtanalyse wohl nicht mehr zu finden sein), beginnt auch der Gradient aufzufächern. Der Wind lässt kontinuierlich nach (Böen bei Konvektion mal ausgenommen), so dass am Morgen nur noch um Rügen herum, vielleicht noch am Darß Böen ein paar steife Böen 7 Bft aus Nordwest unterwegs sind.

Ansonsten bliebe noch zu konstatieren, dass die Kaltfront die zentrale Mittelgebirgsschwelle überwindet und den Süden des Landes mit einigen Wolkenfeldern erreicht. So großflächig geschlossen wie im Norden wird die Bewölkung aber nicht daherkommen, trotzdem kann es am östlichen Alpenrand mit Hilfe von etwas orografisch erzwungener Hebung für ein paar Tropfen langen. Außerdem wird die Tiefsttemperatur um einige Grad höher liegen als die Nacht zuvor. In den restlichen Landesteilen bleibt es trotz einiger Lücken häufig stark bewölkt, aber weitgehend trocken. Den größten Wolkenschwund gibt es ganz im Norden, insbesondere in Schleswig-Holstein, wo der Skandenföhn zuschlägt und abgetrocknete Polarluft installiert. Da es aber leicht windig bleibt, bleibt die Abkühlungsrate limitiert und die Tiefsttemperatur sehr wahrscheinlich zweistellig.

Donnerstag…

zieht sich das Hoch etwas auf den Atlantik zurück und auch der korrespondierende Rücken scheint etwas an Substanz zu verlieren. Nichtsdestotrotz bleibt ein prominenter Keil erhalten, der sogar wieder etwas breiter wird und weiterhin gen Balkan gerichtet ist. Die Kaltfront im Süden löst sich angesichts solch frontolytischer Rahmenbedingungen auf, so dass bei nun wieder weitgehend glatt gestellter nord-nordwestlicher Höhenströmung einem sonnigen bis heiteren Donnerstag im Süden und Südwesten nichts entgegensteht. Fast nichts, sollte man feingliedrig hinzufügen, stellt sich doch an den Alpen eine leidliche Stausituation ein, die a) für einen höheren Wolkenanteil und b) zeitweise für etwas Regen sorgt, vornehmlich in der ersten Tageshälfte.

Weiter nördlich, also grob von den Niederlanden und der Nordsee bis hinüber zum Erzgebirge bzw. zur deutsch-polnischen Grenze schließt sich ein breiter Korridor an, in dem vor allem am Morgen und am Vormittag zahlreiche tiefe Wolken unterhalb der bei 800 hPa befindlichen Sperrschicht das Himmelsbild prägen. Hier und da fallen ein paar Spritzer Regen oder Nieselregen, insbesondere dort, wo das Bergland beim Heben etwas mithilft. Zum Nachmittag und Abend hin bekommen die Wolken aber immer mehr und auch größere Lücken bzw. lösen sich ganz auf. Um einiges höher (700 bis 600 hPa) und/oder weit schwächer ausgeprägt ist die Inversion in den östlichen Landesteilen etwa zwischen Vorpommern und dem Osterzgebirge respektive dem Zittauer Gebirge. Geschuldet ist das offensichtlich der Nähe zum weiterhin leicht östlich von uns präsenten Potenzialtrog. Die Wahrscheinlichkeit, dass in diesem Landstrich Schauer und sogar einzelne (meist gelbe) Gewitter an den Start gehen und der Nordwestwind mitunter böig auffrischt (Spitzen bis 7 Bft), ist hoch. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Gewitter von Böen 8 Bft begleitet werden, ist allerdings nicht mehr ganz so hoch, aber auch nicht gleich null (inverses V in der Grundschicht).

Eine Region fehlt noch, die ganz im Norden liegt und vom Skandenföhn begünstigt wird: Schleswig-Holstein, Mecklenburg, die gesamte Ostseeküste, wo häufig die Sonne scheint. Trotzdem wird es in der frisch eingeflossenen Polarluft nicht wärmer als 19 bis 23 °C. In den übrigen Landesteilen sind es meist 20 bis 25, im Südwesten bis 27, im Grenzbereich zur Schweiz lokal vielleicht 28°C.

In der Nacht zum Freitag ändert sich wenig an der großräumigen Strömungskonstellation, so dass weitgehend der Tagesgang die Szenerie bestimmt. Heißt weitere Wolkenrückbildung bzw. -auflösung, im Osten nachlassende Konvektion. Keine Regel ohne Ausnahme, von der Nordsee her driften ausgedehnte tiefe Wolken in den Nordwesten, aus denen aber nur vereinzelt etwas Regen oder Nieselregen fällt. Abgesehen vom Nordwesten wird die die Nacht wieder kühler als die Vornacht, sprich, einstellige Tiefstwerte deutlich häufiger, in den Mittelgebirgen sowie im Süden stellenweise nur 5°C.

Freitag…

gestaltet sich gänzlich unspektakulär und kann mit der gebotenen Kürze abgehandelt werden. Zwar schwächt sich der nach wie vor präsente, gen Südosten gerichtete Bodenhochkeil etwas ab (eine 1020-hPa-Isobare wird man bei uns sehr wahrscheinlich nicht mehr finden). Dafür schiebt sich von West- und Südwesteuropa der o.e. Rücken bis uns vor, so dass Absinken das Geschehen dominiert. Die Luftmasse trocknet weiter ab, was eine Ausbreitung der sonnigen bis locker bewölkten Verhältnisse aus dem Süden über die Mitte bis etwa an den Südrand der Norddeutschen Tiefebene zur Folge hat. Auf Nordkurs auch die “Sommertag-Grenze”, sprich, die 25°C-Isotherme, die etwa bis auf eine Linie Niederrhein-Niederlausitz vorankommt. Südlich davon stehen abgesehen von höheren Lagen 25 bis 29, am Oberrhein lokal bis zu 30°C auf der Karte.

Moderater das Temperaturniveau weiter nördlich (19 bis 25°C), was nicht nur der Luftmasse per se (T850 um 9°C, im Süden um 13°C), sondern auch der Tatsache geschuldet ist, dass es vielerorts bewölkt ist. Der nächtlich Stratus bzw. Stratocumulus breitet sich sogar noch etwas nach Osten aus, bevor der Tagesgang anfängt zu knabbern und das Ganze versucht aufzulösen oder aber in Cumulusbewölkung zu transformieren. Warntechnisch bleiben wir über jeden Zweifel erhaben, da weder beim Wind noch beim Niederschlag auch nur ansatzweise was zu holen ist.

Das gilt übrigens auch für die Nacht zum Samstag, auch wenn der Bodenhochkeil weiter an Kontur verliert. Der Rücken hält prominent die Stellung, so dass folgende Kurzformel greift: “Gering bewölkt oder klar, nur im Norden Wolkenfelder, aber meist trocken.” Im Südwesten sowie direkt an der See kühlt es teilweise nicht auf unter 15°C ab, in den übrigen Regionen sehr wohl. Gerade im Süden und in der Mitte wird´s vielerorts wieder einstellig (9 bis 6°C).

Modellvergleich und -einschätzung

Erwartungsgemäß haben die Modelle die Lage im Griff. Die Basisfelder sind kongruent, die trotzdem auftretenden Unschärfen klein und handelsüblich. Ein signifikanter Einfluss auf die Vorhersage resultiert daraus nicht.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach

Dipl. Met. Jens Hoffmann

SYNOPTISCHE ÜBERSICHT KURZFRIST

ausgegeben am Dienstag, den 21.07.2026 um 08 UTC

GWL und markante Wettererscheinungen: GWL: Nz (Nord zyklonal)

Hoch- oder Tiefrandlage, je nach Gusto. Weiterhin gemäßigte Temperaturen, am wärmsten dabei der Südwesten. In den Nächten z.T. sehr frisch.

Synoptische Entwicklung bis Donnerstag 24 UTC

Dienstag…

sind die Rollen auf der europäischen Wetterkarte weiterhin klar verteilt: Über dem nahen Atlantik ein fettes marines Hoch mit über 1035 hPa im Zentrum, von dem aus ein wuchtiger Keil (MORITZ) über Deutschland hinweg bis zum nördlichen Balkan gerichtet ist. Dem gegen über stehen die “gesammelten Werke” von CERRY (mittlerweile ist man bei den Tiefkernen #4 und #5 angelangt), seines Zeichens mehrkerniges Tiefdrucksystem über dem Baltikum bzw. NW-Russland. Ergänzt wird das illustre Duo durch DEBORAH, einem weiteren Tief, das vor den Lofoten vor sich hin kreiselt. Also im Prinzip weit weg, aber letztlich doch mit einem gewissen Impact, wie wir im Verlauf noch sehen werden. Korrespondierend zu den genannten Druckgebilden lassen sich in der Höhe die entsprechenden Potenzialsysteme finden: breiter bis sehr breiter Rücken über dem Ostatlantik, Höhentief mit Trog über dem nahen Osteuropa + Ableger bis hinüber nach Frankreich sowie ein weiterer Trog über dem Nordteil des Europäischen Nordmeers. Damit haben wir alle zusammen, wobei noch wichtig zu erwähnen ist, dass bei uns daraus eine relativ glatte, nach Süden hin leicht zyklonal konturierte nördliche Höhenströmung resultiert, in der aber zumindest heute keine nennenswerten dynamischen (Hebungs)Impulse erkennbar sind.

So wird das heutige Dienstagswetter in der frisch eingeflossenen maritimen Polarluft (mP; T850 heute Mittag 6 bis 10°C) weitgehend durch den Tagesgang bestimmt. Die Nachtaufstiege zeigen eine Sperrschicht etwa zwischen 800 und 750 hPa, die nach Osten hin bis zum Nachmittag bis zu 600 hPa angehoben wird. Das reicht aus, um aus der labilen, aber nicht besonders feuchten Grundschicht heraus ein paar Schauer herauszuquetschen. Prädestiniert dafür vor allem die östliche Mitte plus BB und Franken. Zwar gehen die Cloud-Tops z.T. bis an -10°C heran, was aus theoretischen Überlegungen heraus sogar elektrische Schauer ins Spiel bringt. Praktisch wird´s aber eher schwierig, da in der vertikalen Wasserdampfbilanz ein paar Prozentpunkte fehlen dürften.

Im großen Rest der Nation steht ein weitgehend, im Westen sowie der westlichen Mitte sollte man besser sagen ein weiterer trockener Tag auf der Karte, an dem neben flacher und vielfach hochbasiger Quellbewölkung häufig die Sonne scheint. Anfänglich aus der Nacht heraus noch vorhandene stratiforme Wolkenfelder (z.B. Sachsen, Thüringen, Nordbayern, aber auch weiter west-nordwestlich) werden durch die solare Einstrahlung perforiert respektive in Quellungen überführt. Thermisch geht´s hoch auf rund 20°C direkt an der See und 22 bis 26°C sonst, wobei die höchsten Werte im Südwesten zu erwarten sind.

In der Nacht zum Mittwoch nähert sich von der Nordsee ein KW-Trog, quasi ein Abgesandter des o.e. Nordmeertroges. Mit Hilfe von Überströmungseffekten wird über Südnorwegen eine Zyklogenese in Gang gesetzt, aus der ein kleines aber feines Tief resultiert, das via Skagerrak das südschwedische Festland ansteuert (BWK/FU Berlin hat das Tief DEBORAH genannt, was nicht ganz nachvollziehbar ist. Die originale DEBORAH von den Lofoten zieht südlich von Spitzbergen zur Barentssee). Zwischen dem nach Südwesten zur Nordsee gerichteten Bodentrog und dem sich nicht vom Fleck rührenden Hoch wird das Druckfeld gehörig komprimiert, was unweigerlich ein Auffrischen des Windes zur Folge hat. Betroffen bis zum Morgen die Deutsche Bucht inkl. Inseln und Küstenstriche, wo der Nordwestwind in Böen Stärke 7 Bft, vereinzelt 8 Bft erreicht. An der Ostsee kommt der Wind eher aus West und ist zunächst auch nicht ganz so flott unterwegs. Gleichwohl können im Westen gerade auf Fehmarn die ersten steifen Böen 7 Bft auftreten.

Ansonsten gilt es zu konstatieren, dass über der Nordhälfte leichte WLA in Gang kommt, die von der Nordsee her fast die gesamte Nordhälfte mit tiefer Bewölkung (Inversion bei 800 hPa) zupflastert. Gegen Morgen können vor allem in Küstennähe hier und da ein paar Tropfen Regen oder Nieselregen fallen. Nach Süden hin dagegen verläuft die Nacht meist gering bewölkt oder klar mit den entsprechend tiefsten Tiefsttemperaturen. Stellenweise geht´s runter bis auf nahe 5°C, während unter den Wolken im Norden zweistellige Werte Trumpf sind (Küste um 16°C).

Mittwoch…

ändert sich an der Grundkonstellation gar nicht mal so viel. Das Hoch über dem Ostatlantik bleibt prominent, verjagt sogar die gute DEBORAH von den Lofoten (kräftiger, nach NO ausgerichteter Keil). Auch Familie CERRY lässt sich weiterhin auf der Wetterkarte finden, wobei sich nun aber ein neuer Spießgeselle dazugesellt. Die Rede ist von unserem “Nachttief”, das am Mittag mit etwas über 1005 hPa im Kern über Südschweden Rast macht, um später raus auf die südöstliche Ostsee zu ziehen. Die zugehörige Kaltfront erreicht gegen Mittag den äußersten Norden/Nordwesten des Vorhersageraums, wodurch vorgelagerte Hochkeil (MORITZ) ein Stück weit komprimiert wird.

Allerdings reichen seine Fähigkeiten noch dicke aus, dem Süden das tiefe Gewölk aus der Nordhälfte vom Leib zu halten und gerade nach Südwesten hin sogar einen sonnigen Tag mit wenig Gewölk zu generieren. Dabei kann sich die gealterte Polarluft (xP) auf 24 bis 27, im südlichen Oberrheingraben bis zu 29°C erwärmen. So warm wird es in den übrigen Landesteilen freilich nicht und ganz im Norden, vornehmlich an der schönen Nordsee muss man gar ernsthaft um das Erreichen der 20°C-Marke bangen. Darüber hinaus wird etwa bis hinunter zur Mainlinie ´ne Menge Bewölkung geboten, deren Hang zur Lücke sich in einem überschaubaren Rahmen abspielt. Stattdessen sollte man bis hinunter an die nördliche Mittelgebirgsschwelle mit zeitweiligem leichtem Regen/Nieselregen bzw. einzelnen Schauern rechnen. Nicht ausgeschlossen, dass am Spätnachmittag/Abend im Nordosten, wenn dort der o.e. KW-Trog durchschwenkt und entsprechend die Luftmasse labilisiert, sogar vereinzelte Gewitter an den Start gehen. CAPE gibt es zwar wenig und auch nur skinny, dafür ist die Scherung gut - vielleicht reicht´s für ein paar (wenige) elektrische Entladungen. Das Warnmittel der Wahl wäre gelb, gerade an der Küste auch ocker wegen Böen 8 Bft. Hinzu kommt Graupel respektive eher kleiner Hagel, wohingegen Starkregen ausnahmsweise mal keine Rolle spielen sollte.

Wer auf alle Fälle eine Rolle spielt ist der Wind, der aus West bis Nordwest kommend nun auch an der Ostsee sowie allgemein im küstennahen Binnenland Fuß fasst. Was die Häufigkeit von stürmischen Böen 8 Bft angeht (selbst eine glatte “9” kann exponiert nicht ausgeschlossen werden), bleibt die Nordsee auf der Pole. Zwar sind auch an der Ostsee 8er-Böen möglich, jedoch nicht in dem Maße und in der Häufigkeit wie am westlichen Partnermeer. Zu weit nach Süden sollten die morgigen Windwarnungen im Binnenland nicht ausgreifen. Zwar deutet sich dort in Verbindung mit einem Schauer auch mal ´ne steife Böe 7 Bft an, für eine Warnung ist das aber zu wenig.

In der Nacht zum Donnerstag zeiht das Tief zur südöstlichen Ostsee. Gleichzeitig macht die zugehörige Kaltfront über Deutschland Boden nach Süden hin gut, wodurch nun auch in den Süden Wolkenfelder verfrachtet werden. Regen ist dort allerdings kaum zu erwarten, vielleicht reicht es am östlichen Alpenrand für ein paar kärgliche Schauer. Deutlich wahrscheinlicher sind Schauer zwischen Ostsee und Erzgebirge, wo der o.e. KW-Trog deutliche Spuren hinterlässt. Selbst ein nächtliches Gewitter kann nicht ausgeschlossen werden. Der NW-Wind an der See lässt zwar langsam nach, rund um Rüden, Usedom und den Darß sowie an der Nordsee können aber selbst in den Morgenstunden noch einige Böen 7 Bft auftreten. Gerade auf und an der Nordsee ist ohnehin noch ein kleines Fragezeichen angebracht, das in Verbindung mit einem weiteren, von Südnorwegen südwärts vorstoßenden flachen Bodentrog in Verbindung steht (Timing, Geometrie).

Tiefstwerte 16 bis 8°C, direkt an der See am mildesten.

Donnerstag…

schwächt sich das Hoch über dem Atlantik in seinem Ostteil ab bzw. zieht sich etwas nach Westen zurück. Das macht den Vorhersageraum anfälliger für Störungen von Nordwesten, von denen die nächste in Form eines kompletten Frontensystems zunächst aber noch außen vor bleibt. Und so verläuft der Tag ein wenig zwischen den Stühlen: in der Höhe noch ein bisschen was vom inzwischen über dem östlichen ME angelandeten Trog, am Boden ein bisschen Tief (bei Kaliningrad), ein bisschen Hochkeil, im Süden letzte Kaltfrontreste und - ganz wichtig - eine frische Portion maritimer Polarluft (mP), in der T850 in der Nordhälfte z.T. bis auf 5°C zurückgeht.

Unter dem Strich kommt dabei - sofern man nicht das Mikroskop anlegt - eine Dreiteilung des Wetter heraus, die folgendes Aussehen hat. Zone #1 befindet sich ganz im Norden (Teile von SH und Mecklenburg, vielleicht noch ein Stück südwärts), wo eine durch Skandenföhn abgetrocknete Luftmasse einströmt und für heiter bis wolkige Verhältnisse sorgt. Es schließt sich Zone #2 an, ein von den Niederlanden und Teilen der Nordsee bis hinüber zur Oder und Neiße bzw. zum Erzgebirge reichender Korridor, in dem es wolkig bis stark bewölkt zugeht. Hier und da fallen ein paar Tropfen Regen, zwischen Vorpommern und Lausitz sind bedingt durch die Nähe zum Trog und der damit verbundenen Labilität sogar “richtige” Schauer oder vereinzelte Gewitter möglich. Bliebe noch Zone #3, im Südwesten und Süden, wo ebenfalls das Label “heiter bis wolkig” greift (im westlichen Teil mehr Sonne als weiter östlich Richtung ostbayerische Mittelgebirge). Zone #3 ist es auch, die temperaturmäßig am höchsten abschneidet mit Spitzen zwischen 23 und 27°C. Ansonsten stehen 18 bis 24°C auf der Karte mit den tiefsten Werten an der See. Dort weht ebenso wie in Teilen Ostdeutschlands zunächst noch ein frischer und böiger Nordwestwind, der Im Tagesverlauf aber nachlässt.

In der Nacht zum Freitag nähert sich von der Nordsee die Warmfront eines Tiefs unweit von Jan Mayen. Sie bringt dem äußersten Nordwesten dichte Wolken, voraussichtlich aber noch keinen Regen. Auch im Osten verläuft die Nacht vielfach wolkig, während es in der Südhälfte häufig aufklart. Mit 14 bis 6°C wird es abermals ziemlich frisch, nur direkt am vergleichsweise warmen Nord- und Ostseewasser bleibt es etwas milder.

Modellvergleich und -einschätzung

Der Fahrplan steht, noch ausstehende Unschärfen wurden im Text angerissen.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach

Dipl. Met. Jens Hoffmann

SYNOPTISCHE ÜBERSICHT KURZFRIST

ausgegeben am Freitag, den 17.07.2026 um 18 UTC

SCHLAGZEILE: In den nächsten Stunden abebbende, wohl aber nicht ganz zum Erliegen kommende Konvektion. Am Wochenende Luftmassenwechsel, dabei an den Küsten zeitweise windig. Am Samstag im äußersten Süden noch punktuelle Unwettergefahr (Gewitter).

Synoptische Entwicklung bis Sonntag 06 UTC

Aktuell …

sind wir inmitten einer nachhaltigen Umstellung der Großwetterlage, die mit einem nicht minder nachhaltigen Luftmassenwechsel einhergeht. Nicht mit einem Schlag, eher staffelweise gelangen am Wochenende maritime Luftmassen polaren Ursprungs (mP) relativ straight foreward in den Vorhersageraum, die bei nicht wenigen unter uns für gewisses Aufatmen sorgt. Dann hat es sich nämlich erstmal erledigt mit der Hitze, der dritten Welle in diesem Jahr (Ende Mai, Ende Juni und jetzt). Wobei - und das gehört auch zur Wahrheit - die jetzige Hitzeperiode ja gar nicht das ganze Land erfasst hatte. Gerade in Teilen Nord- und Nordostdeutschlands wird man mitunter gedacht haben “wovon faseln die da die ganze Zeit, von wegen Hitze usw.”.

Nun gut, sei es wie es sei, wie so oft bei vergleichbaren Lagen vollzieht sich so ein Wechsel alles andere als geräuschlos. Wir schreiben den fünften Tag hintereinander, an dem es konvektiv abgeht und an dem der nächste, voraussichtlich aber vorerst letzte interne Sonderbericht geschrieben werden muss. Und nicht vergessen, die Nächte dazwischen waren alles andere als Ruhepolster. Ganz im Gegenteil, zum Teil ging der Spuk auch zu nachtschlafender Zeit ab wie ein Zäpfchen.

Aktuell sind wir ebenfalls noch mittendrin im Geschehen, das sich heute im Wesentlichen, aber nicht ausschließlich auf den Osten, die Mitte und den Süden konzentriert, wo die gealterte Subtropikluft (xS) am gewitterfreundlichsten daherkommt: potenzielle Instabilität, Wasserdampf satt (PPW 30 bis 40 mm), nahezu ungedeckeltes CAPE. Dazu eine zyklonal konturierte südwestliche Höhenströmung, die zwar nicht die großen Antriebe bringt, auf der anderen Seite aber auch nicht den Spielverderber mimt. Induziert wird die Strömung von einem alten Bekannten, dem Höhentief der letzten Tage, das heute Abend mit seinem Drehzentrum dicht über dem Westeingang des Skagerraks liegt. Dort steht es unmittelbar vor einer feindlichen Übernahme durch einen Potenzialtrog, der sich vom Nordpolarmeer südwärts ausweitet und das Höhentief an seiner Südspitze als Randtrog aufschnappt.

Nicht minder interessant die Entwicklung im Bodendruckfeld, die Deutschland heute inmitten einer relativ breiten, meridional exponierten Tiefdruckrinne mit verschiedenen kleineren Drehzentren sah (Druckniveau etwas unter 1015 hPa). Mindestens einer dieser Wirbel (CERRY; der an die stärkste Gewitteraktivität im Osten gekoppelt ist), wird den Tag überleben und voraussichtlich über das Oderhaff oder Rügen/Usedom in Richtung südliche Ostsee/Südschweden abdriften. Derweil bildet sich durch Über-/Umströmungseffekte über dem Skagerrak ein zweiter Kern, so dass das ganze System ein dipolartiges Aussehen annimmt. Wichtiger als das ist vielmehr die Tatsache, dass rückseitig des Tiefs eine erste zaghafte Portion der o.e. maritimen Polarluft über die Nordsee gesteuert, die mit T850-Werten um 10°C aber noch bei Weitem nicht an die Qualitäten rankommt, die man von solchen Luftmassen erwartet. Auf alle Fälle ist die Luft trotz des Überstreichens der vielfach 2-3°C über Norm temperierten Nordsee ziemlich trocken, was tagsüber trotz einzelner Überentwicklungen schon im Westen und Nordwesten zu spüren war.

Nun aber zur Entwicklung der nächsten Stunden, in denen sich die Numerik ziemlich einig ist, dass die aktuell noch aktive (Schwer)Gewitterei im Osten und Süden relativ zügig, sprich, noch in der ersten Nachthälfte weitgehend zum Erliegen kommen soll. Klar, das Modell ist das Modell, die Natur die Natur. Heißt, wir sollten nicht überrascht sein, wenn 1, 2 oder auch 3 Zellen den Datumswechsel überstehen. Auch sollten die Nachtdienste immer noch mal rüber nach Frankreich schauen, wo z. Zt. noch ganz ordentlich geballert wird. Der Trend ist jedoch ziemlich eindeutig. Einer der Hauptgründe neben dem Tagesgang dürfte das Einmischen trockenerer Luft sein (Entrainment), die sich mit leicht auflebendem West-Nordwestwind immer weiter ausbreitet. In den Analysen konnte mittlerweile auch eine Kaltfront gefunden werden, die sozusagen diese Abtrocknung anführt und immer weiter gen Süddeutschland vorankommt.

Apropos Wind, der ausgangs der Nacht an der Nacht an der Nordsee und auf Fehmarn soweit Gestalt annimmt, dass die ersten steifen Böen auf den Windgebern registriert werden. Thermisch geht´s runter auf 19 bis 12°C, am mildesten dabei der äußerste Osten sowie Teile Südwestdeutschlands.

Samstag …

weitet sich der Potenzialtrog bis nach ME respektive Deutschland aus. Dabei geht er ein wenig in die Breite, so dass die zyklonal gekrümmte Höhenströmung weitgehend zonal orientiert ist. Flankiert wird der Trog von einem relativ schmalen Rücken über dem nahen Osteuropa sowie einem breiteren Exemplar über dem Ostatlantik. Beide stehen jeweils in Verbindung mit einem Bodenhoch, von denen das atlantische eindeutig das potentere ist (1030+X hPa). Zwischen diesem Hoch und dem zweikernigen Tief über Südskandinavien wird mit einer vornehmlich an der Küste sowie im küstennahen Binnenland, mit Abstrichen aber auch im Binnenland (z.B. Harzregion) lebhaften West- bis Nordwestwind (Böen 7 Bft, exponiert 8 Bft) der nächste Schwall polarer Meeresluft bis weit ins norddeutsche Tiefland gesteuert, in der T850 auf 10 bis 5°C zurückgeht. Auf rund 800 hPa findet man eine Sperrschicht, an der sich CU- und SC-Bewölkung ausbreitet, aus der zwar kaum ein Tropfen herauszuholen ist, die sonst aber nur wenig Mut zur Lücke hat. So gesehen ist die Höchsttemperatur mit 20 bis 25°C noch recht kommod aufgestellt, einzig direkt an der Nordsee könnte es an der ein oder anderen Stelle schwer werden mit der “20”.

Richtung Mitte und Südwesten braucht man sich diesbezüglich keine Gedanken machen, erwärmt sich die neue Luftmasse doch auf 24 bis 29°C, also auf ähnliche Werte wie heute, hier und da sogar etwas drüber. Dazu scheint mal mehr (SW, Hochkeil), mal weniger die Sonne. Vereinzelt reicht es sogar für einen Schauer, insbesondere über den zentralen und östlichen Mittelgebirgen, während ein Gewitter nur mit geringer Wahrscheinlichkeit auftritt.

Die wetteraktivste Zone des morgigen Samstags finden wir im Süden des Landes, schwerpunktmäßig südlich der Donau. Dort ist zwar mittlerweile die Kaltfront angekommen, so´n richtig klarer Luftmassenwechsel findet aber noch nicht statt. Die Front schleift vor sich hin und bei rund 13°C auf 850 hPa, weiterhin vorhandener potenzieller Instabilität, PPW von z.T. um 30 mm, meist ungedeckeltes ML-CAPE teils um 1000 J/kg und solider, häufig orografisch induzierter Scherung sowie einem wenn auch schwachen Jetstreak über den Alpen können sich etwa ab Mittag einige starke, vereinzelt sogar schwere Gewitter (WU) entwickeln. Das Potenzial für Superzellen ist gerade im äußersten Süden vorhanden und wird von den entsprechenden numerischen Produkten (z.B. Aufwindhelizität) auch gezeigt. Kurzum, wir sollten nicht überrascht sein, wenn neben zahlreichen markanten Gewittern auch die ein oder andere Unwetterzelle mit erhöhtem Starkregen und/oder größerem Hagel in die Höhe schießt. Ob es der Wind noch mal bis in die Kategorie 10 bis 12 Bft schafft, ist fraglich. Die Numerik jedenfalls hält sich diesbezüglich zurück.

In der Nacht zum Sonntag schwenkt von der Nordsee ein markanter Randtrog in den Haupttrog, der dadurch aktiviert wird. Auf der diffluenten Vorderseite wird in der auf Südwest bis Süd rückdrehenden Höhenströmung Hebung generiert, die wiederum die Kaltfront im Süden animiert, irgendwie tätig zu werden. Irgendwie meint in diesem Fall eine leichte Rückläufigkeit Richtung Mitte, vor allem im Ostteil. Außerdem wird im Frontbereich schwerpunktmäßig in der 2. Nachthälfte schauerartiger Regen mit vereinzelten eingelagerten Gewittern induziert, der etwa einen Korridor vom Oberrheingraben bis nach Sachsen erfasst (+/-).

Aktivzone #2 liegt im äußersten Nordwesten, wo von der Deutschen Bucht eine Schliere etwas abgehobener Warmluft um den über Südschweden positionierten westlichen Kern des Doppeltiefs ein kleines Stück landeinwärts geführt wird. In der Vorhersagekarte ist das mit einer in einen Bodentrog eingelagerten Okklusion markiert. Dabei kommt es zu schauerartigen, vereinzelt gewittrigen Regenfällen mit leichtem Starkregenpotenzial. Allerdings hat ICON-D2 im 12-UTC-Lauf einiges von seiner in den Vorläufen gezeigten Bissigkeit bis hin zur Eskalation an der schleswig-holsteinischen Küste eingebüßt. Mal sehen, was am Ende davon übrigbleibt.

Was bleibt, ist der flotte West-Nordwestwind an der See, während dieser im Binnenland alsbald die Reißleine zieht. Thermisch geht´s runter auf 16 bis 10°C, in einigen Mittelgebirgen bei Aufklaren noch etwas darunter, im Südwesten punktuell etwas darüber.


Synoptische Entwicklung bis Montag 06 UTC

Sonntag …

Es gelten im Großen und Ganzen die Ausführungen der Frühübersicht.

Modellvergleich und -einschätzung

In der Basis sind sich die Modelle weitgehend einig, kleinere Unschärfen liegen im Rahmen der üblichen Toleranz. Einigkeit herrscht auch dahingehend, dass die Konvektion in den nächsten Stunden deutlich zurückfahren soll. Schon heute Abend konnten einige Systeme auf “markant” runtergestuft werden. Gespannt darf man sein, was morgen ganz im Süden in der modifizierten, energetisch aber immer noch interessanten Luftmasse geht.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach

Dipl. Met. Jens Hoffmann

SYNOPTISCHE ÜBERSICHT KURZFRIST

ausgegeben am Mittwoch, den 15.07.2026 um 08 UTC

GWL und markante Wettererscheinungen: Übergang zu HNz (Hoch Nordmeer zyklonal)

Tagtäglich und nachtnächtlich konvektive Bambule teils bis zum Anschlag - tückisches Höhentief gibt keine Ruhe. Heute vor allem im äußersten Süden erhöhte Unwettergefahr, vor allem, aber nicht ausschließlich durch Großhagel.

Synoptische Entwicklung bis Freitag 24 UTC

Mittwoch…

findet die durchaus als perfide zu bezeichnende Wetterlage ihre Fortsetzung. Auf den ersten Blick sieht eigentlich alles ziemlich harmlos aus: dickes und hochreichendes Hoch über der Nordsee bzw. der Norwegischen See (LAURENT), breiter, bis nach Frankreich reichender Potenzialrücken über dem westlichen Mittelmeer. Was soll da groß passieren? Nun, die Antwort ist klar und deutlich - ´ne Menge. Was waren das teilweise für üble Geschütze die vergangenen beiden Tage und Nächte. Starkregen, Großhagel, Hagelansammlungen mit Landschaften wie im Winter, Böen bis Orkanstärke - die Klaviatur konvektiver Begleiterscheinungen wurde in sämtlichen Oktaven in Cis-Moll durchgenudelt. Sehr zum Leidwesen der Betroffenen, aber auch der ganzen Belegschaft vorhersagender Meteorologen und Berater. Keine Frage, es gibt schönere und harmonischere Konzerte, auch wenn Chaser oder Vollwetterfans sicherlich auf Cis-Moll stehen.

Der Grund für die teils schweren Gewitter (in Einzelfällen musste ins höchste Regal, sprich, extremes Unwetter gegriffen werden) mutet zunächst etwas unscheinbar an. Eine relativ kleines Höhentief, “Abfallprodukt” eines Cut-Offs über Skandinavien hatte am Montag den Weg zu uns gefunden und ist dabei auf eine dankbare, weil potenziell instabile Luftmasse mit hohem latenten Energieanteil getroffen. Hinzu kamen noch konfluente Windstrukturen (z.B. durch Küsteneffekte oder Orografie) sowie diverse Wechselwirkungen alter und neuer Systeme, als die Maschinerie erstmal in Gang gekommen war. In der numerischen Mathematik oder theoretischen Physik würde man von einem komplexen, nicht-linearen Gleichungssystem sprechen, das - wie jeder weiß, der mal etwas tiefer in Mathe und Physik eingetaucht ist - mitnichten trivial zu lösen ist. Vor diesem Hintergrund verwundert es dann auch nicht, dass die hochauflösenden Modelle sagen wir eine nicht immer ganz glückliche Figur abgegeben haben, was kein Vorwurf sein soll, sondern reiner Tatbestand. Die Sache soll an dieser Stelle auch gar nicht weiter vertieft werden, das passiert an anderer Stelle. Mitnehmen sollten wir nur, dass wir bei der Entwicklung von heute und der nächsten Tage nicht jede numerisch angebotene Zelle für bare Münze nehmen sollten, was freilich auch für die Begleiterscheinungen gilt. Potenzialabschätzung auch mit den Erfahrungen der letzten Tage und dann ins Nowcasting, so das Mittel der Wahl.

Zur Lage, die unser Höhentief heute Morgen mit Drehzentrum unweit von Berlin sieht (500 hPa), stark elliptisch geformt mit deutlicher Austrogung nach Westen, wo es eine Rinne zu einem weiteren Höhentief westlich der Biskaya “gräbt” bzw. schon “gegraben” hat. Im Tagesverlauf wird die Potenzialrinne über der Nordhälfte des Landes weitgehend unangetastet bleiben, wobei sich das Hauptdrehzentrum ganz langsam gen Westen orientiert. Bodennah zeigt sich das Druckfeld nach wie vor gradientschwach, wobei in der Nordhälfte wenigstens die Struktur “Hochrandlage” erkennbar ist. Dort strömt mit leichtem Wind aus dem Sektor Nord bis Ost mindestens bis zum Mittelgebirgsnordrand eine trockene und vergleichsweise stabile Luftmasse ein, die etwa zwischen 850 hPa und 750 hPa durch eine Inversion gedeckelt ist. Entsprechend tut sich heute nicht allzu viel beim Wetter. Trotz einiger Wolken scheint überwiegend die Sonne bei maximal 25 bis 30°C, direkt an der See bei auflandigem Wind etwas darunter. Erst im Laufe des Nachmittags wird auf der NO-Flanke des Tiefs bzw. der Rinne von Polen her wieder feuchtere Luft angezapft, die zum Abend hin im östlichen BB/Berliner Raum etwas Regen und mit sehr geringer Wahrscheinlichkeit ein Gewitter bringt.

Deutlich unstrukturierter bis hin zum ausgewachsenen Amorphismus zeigt sich das Druckfeld im Süden, wo nur mit sehr viel Fantasie eine Art Rinne auszumachen ist. Ist letztlich aber auch egal. Wichtiger scheint die Tatsache, dass die vorhandene Luftmasse deutlich feuchter ist als weiter im Norden (PPW um 35 mm, spez. F. teils um 13 g/kg). Potenziell instabil ist sie ebenfalls, außerdem mit DLS bis zu 30 m/s zumindest hochreichend sehr gut geschert und gut überlappt mit der energiereichsten Luft. Auch weiter unten lassen sich beim Betrachten der Hodographen einige nicht unattraktive Krümmungen im unteren Troposphärensegment finden. Fraglich ist nur noch, wie viel Energie bis zum Nachmittag zur Verfügung steht. Aktuell ziehen ja noch einige Gewitter bzw. gewittrige Regenfälle gen Alpen (Starkregengefahr durch Stau an den westlichen Alpen) und es ist stark bewölkt. Später soll es aber auflockern, dass ausreichen solare Strahlung durchkommt, um die Luft energetisch aufzupeppen. Südlich der Donau sowie im südlichen BaWü sollen dabei gebietsweise bis zu 1500 J/kg ML-CAPE generiert werden, während weiter nördlich - auch durch Entrainment trockenerer Luft - ein rascher Energieabfall erkennbar ist.

Kurzum, nach dem Abebben der aktuellen Konvektion im Laufe des Vormittags dauert es vielleicht bis Mittag oder dem frühen Nachmittag, bis wieder gezündelt wird. Zum Teil aus dem Bergland heraus oder initiiert durch regionale Windkonvergenzen oder als Importware aus der benachbarten schweiz-österreichischen Grenzregion entwickeln sich einzelne, aber durchaus knackige und organisierte Superzellen, die als Einzelkämpfer mit Split- und Ausscherpotenzial unterwegs sein dürften. Die Hodographen zeigen z.T. sehr lineare Verläufe, was Zellsplitting forciert. Dabei könnten sogar 1-2 Left-Mover auftreten, was ICON-D2 sogar 1:1 simuliert. Das hauptsächlich betroffene Gebiet soll von Südbaden über Oberschwaben bis nach bayerisch Schwaben reichen (hier wurde eine Vorabinfo ausgegeben), aber Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste (siehe oben). Die Gewitter sind zunächst mal durch markante Begleiterscheinungen geprägt, dürften aber ganz schnell in die Unwetterkategorie aufsteigen. Starkregen um 30 l/m² innert kurzer Zeit, Großhagel um oder sogar über 5 cm!!, größere Hagelansammlungen (die den Winterdienst auf den Plan rufen) sowie Böen 10 bis 12 Bft wären keine Überraschung - wie gesagt räumlich eng begrenzt, nicht flächig. Über die Donau nach Norden heraus können sich zwar auch einzelne Überentwicklungen bilden, Intensität und Häufigkeit sind aber geringer als weiter südlich.

Vor allem im Westen und Südwesten wird auch heute wieder die 30°C-Marke überschritten (bis 32°C), während sonst 24 bis 30°C auf dem Zettel stehen.

In der Nacht zum Donnerstag nähert sich das Drehzentrum des Höhenstiefs dem Nordwesten des Vorhersageraums. Auf der NO-Flanke wickelt sich von Polen her ein vergleichsweise schmaler Regenstreifen in den Nordosten, in den auch einzelne abgehobene Gewitter eingelagert sein können. Insgesamt besteht aber nur geringe Starkregengefahr, weil die Gewitter west-nordwestwärts ziehen respektive sich der Regenstreifen in Richtung SH verlagert. Deswegen geht unser Blick rasch in den Süden, wo die abendlichen Gewitter weiter gen Osten ziehen und dabei zunehmend Verclusterungsallüren mit lokalem Starkregenpotenzial zeigen. Gleichwohl, gerade in Ostbayern können bis weit in die Nacht auch noch ein paar Einzelzellen unterwegs sein und bei der Bewertung der Begleitparameter sollte man nach den jüngsten Erfahrungen vorsichtig sein (von wegen nächtliche Abschwächung und so). Fraglich ist derzeit noch, ob in Nachthälfte zwei ein größerer Gewittercluster der Marke MCS von der Schweiz und dem französischen Jura auf den Süden BaWüs sowie das südwestliche Bayern übergreift, wie es die ICON-Kette favorisiert. Externe Modelle sind da deutlich zurückhaltender, also Abwarten und Tee trinken.

Zwischen den Wetterzonen im Nordosten und Süden passiert nix, häufig klart es auf. Tiefsttemperatur landesweit 19 bis 10°C.

Donnerstag…

verlagert sich das Zentrum des Höhentiefs bis zum Abend raus auf die Nordsee, wobei die Westfriesischen Inseln wohl den Vorzug vor den Ostfriesischen Inseln bekommen. Um das Tief herum laufen in der Höhe schwache Advektionsprozesse ab, die das Wetter am Laufen halten. Bodennah bleibt die Angelegenheit extrem gradientarm. Es sind aber klare Tendenzen erkennbar, dass sich der Schwerpunkt des Hochs mehr und mehr ins Seegebiet südlich Islands zurückzieht, was nicht ganz unwichtig für die Entwicklung der nächsten Tage ist (Stichwort Wetter- und Luftmassenwechsel). Grob gesprochen stellen sich bei uns morgen bei aller noch gebotenen Prognoseunsicherheit zwei Aktivzonen ein: eine im Norden, die andere im Südwesten/südliche Mitte.

Fangen wir im Norden an, wo zunächst mal die Reste der nächtlichen Aktivität in Richtung Nordsee/nördliches NDS ziehen. Dabei sind am Morgen und am Vormittag durchaus vereinzelte elektrische Entladungen vorstellbar. Insgesamt sollte die Szenerie aber noch vergleichsweise beschaulich daherkommen. Zum Nachmittag hin könnten in der dann energetisch etwas günstigeren Luftmasse (viel CAPE steht nicht zur Verfügung, aber es reicht) aber doch ein paar promintente Überentwicklungen nach oben schießen. In der Basis markant, vor allem wegen Starkregen (langsam ziehende Einzelzellen), vereinzeltes WU ebenfalls wegen Starkregen nicht ausgeschlossen.

Weiter südlich, wir nennen es mal die nördliche Mitte mit aller in der Vorhersagemeteorologie gerne genommenen Unschärfe, wo genau die Grenzen der nördlichen Mitte denn liegen, präsentiert sich das Wetter weitgehend inaktiv mit viel Sonnenschein, ein paar flachen Quellungen oder Cirren und einer sehr geringen Schauer-/Gewitterneigung (am ehesten noch im Erzgebirgsraum). Zu trocken die Luft, keine oder kaum Antriebe, da dürfte nicht viel gehen. Noch weiter südlich, also grob vom zentralen Mittelgebirgsraum abwärts, sieht´s dann schon wieder anders aus, was vor allem dem höheren Wasserdampfgehalt der Luftmasse geschuldet ist. Zunächst mal gilt es ganz im Süden die Reste des nächtlichen Clusters abzuwickeln, sofern er denn überhaupt auftritt. Später entwickeln sich dann wieder vermehrt kräftige Zellen, wobei sich gegenüber heute eine etwas nach Norden versetzte Zone herauszukristallisieren scheint (grob zwischen Donau und Main/Mosel). Auch dabei werden ziemlich sicher wieder Superzellen und Unwetter auftreten, allerdings ist der Energiegehalt der Luft gerade nach Norden hin kleiner als heute (zumindest ML-CAPE, die MU-Werte bleiben sehr hoch) und auch die Überlappung der Zutaten (z.B. zur Scherung) ist nicht mehr ganz so gut. Also, die Wahrscheinlichkeit für ganz großen Hagel und ganz fette Böen (10-12 Bft) geht rein aus konzeptionellen Überlegungen heraus etwas nach unten, nichtsdestotrotz gilt auch hier das alte Sprichwort “Vorsicht ist die Mutter…”, zumal ICON-D2-EPS z.B. mehr Böen 10 Bft simuliert als heute. Es wäre jedenfalls keine große Überraschung, wenn auch morgen wieder eine Vorabinfo ausgegeben wird. Nix Genaues weiß man nicht, was übrigens auch für die Regionen südlich der Donau gilt, die morgen sehr passiv von der Numerik behandelt werden. Möglicherweise sorgt die aufkommende südwestliche Höhenströmung und damit verbundene Überströmung der Alpen für eine vertikale Abtrocknung und damit Dämpfung des konvektiven Geschehens.

Thermisch gibt es noch mal ein Aufbegehren der Hitze mit verbreitet Höchstwerten um oder über 30°C (bis 33°C). Einzig im Norden geht´s nicht ganz so hoch, in Küstennähe sogar unter 25°C.

In der Nacht zum Freitag beruhigt sich das Wetter keinesfalls und die Prognosen werden immer unschärfer. So soll sich auf der SO-Flanke des quasistationären Höhentiefs ein kleines Bodentief über NW-Deutschland bilden, das am Freitag Frontogenese induziert. Die Auswirkungen in der Nacht sind noch unsicher, aber einzelne Schauer und Gewitter sind schon möglich im Norden und Nordwesten. Von der Mitte ab südwärts muss ebenfalls mit weiteren Gewittern gerechnet werden, wobei ganz im Süden/Südwesten von Frankreich und der Schweiz her möglicherweise ein neuer MCS den Weg zu uns findet. Vor allem SuperHD haut mal richtig einen raus mit Orkanböen und allen Schikanaten - ruhige Nächte sehen anders aus, wobei sich numerisch sicherlich noch einiges tut bis dahin. Tiefstwerte 20 bis 14°C.

Freitag…

wird der nächste unruhige Tag, so viel lässt sich schon mal sagen. Ansonsten bleiben noch einige Fragen offen, weshalb die Beschreibung hier nur in Kurzform und recht allgemein erfolgt. Das Höhentief erzeugt bei uns eine hebungsfreundliche, diffluent konturierte südwestliche Höhenströmung, die auf eine labile und sehr feuchte (PPW bis 40 mm) trifft. Dazu kommt das kleine Bodentief, das über Norddeutschland ostwärts zieht. Sieht man mal vom Westen (NRW/südliches NDS) ab, wo südlich des Kerns trockene und stabilere Luft von Westen bzw. von oben eingemischt wird, muss quasi im ganze Land mit teils kräftigen Gewittern bis hin zu Unwettern gerechnet werden. Die Gefahr von “Wasserbomben” nimmt wieder zu, das Potenzial extremen Starkregens ist zumindest lokal gegeben, vor allem im Norden. Wie es ansonsten um die Begleitparameter bestellt ist, wie wo wann, dazu in den nächsten Übersichten mehr. Fakt ist, dass es nicht mehr so heiß wird, die Spanne der Höchstwerte dürfte sich zwischen 24 und 29°C einstellen (allerdings teils sehr schwül), direkt am Meer weniger.

Modellvergleich und -einschätzung

Während die Grundmuster modellübergreifend sehr ähnlich gerechnet werden, gilt das bei den Auswirkungen mitnichten. Das meiste davon wurde oben angesprochen. Wir dürfen sehr gespannt sein auf die nächsten Tage und Nächte, weitere Schlagzeilen aus der Kategorie “Wetter” sind gewiss.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach

Dipl. Met. Jens Hoffmann

SYNOPTISCHE ÜBERSICHT KURZFRIST

ausgegeben am Montag, den 13.07.2026 um 08 UTC

GWL und markante Wettererscheinungen: GWL: Zunehmend HNz (Hoch Nordmeer zyklonal)

Auch zu Beginn der neuen Woche sehr warm bis heiß und meist trocken. Im Norden aber erste konvektive Störungen. Am Dienstag in der Mitte und im Süden vermehrt teils kräftige Gewitter mit Unwettergefahr durch (extremen?) Starkregen.

Synoptische Entwicklung bis Mittwoch 24 UTC

Montag…

… neue Woche, neues Glück, neues Wetter, das ist hier die Frage. Und damit einen schönen guten Morgen zu einer neuerlichen Ausgabe dieses kostenlosen, weltweit in dieser Form wahrscheinlich einzigartigen Fachmagazins zum Thema “Synoptische Meteorologie”. Die für gewöhnlich gut informierte Leserschaft dieses Bulletins hat es natürlich mitbekommen, dass nach einigen Tagen trockener Hitze DAS Zauberwort der Meteorologie schlechthin in den diversen Wetterberichten auftaucht - Gewitter! Und ja, es ist was dran, es tut sich tatsächlich was in der Atmosphäre, was aber nicht bedeutet, dass Hitze, anhaltende Dürre und hohe Waldbrandgefahr mit einem Schlag eliminiert und Geschichte werden. So schnell schießen die Preußen nicht. Aber immerhin, ein Anfang wird bereits heute gemacht und mit Blick auf die Mittelfrist in Richtung nächstes Wochenende deutet sich sogar eine substanzielle Umstellung der GWL mit zurückgehenden Temperaturen usw. an (mehr dazu heute Mittag im weltweit einmaligen Fachmagazin über Synoptische Mittelfristmeteorologie).

Nun aber erstmal zur allgemeinen Lage, die Deutschland nach wie vor auf der Südostflanke des prominenten Hochdruckgebiets LAURENT mit 1030+X-hPa-Zentrum über der nördlichen Nordsee bzw. der südlichen Norwegischen See sieht. Davon ausgehend reicht ein wuchtiger Keil bis zu den Alpen bzw. noch etwas darüber hinaus. Weiterhin mit von der Partie auch der der korrespondierende Potenzialrücken, der sich von NW-Afrika bis hoch in den Raum Island erstreckt, wo er deutliche Fühlung zu einem weiteren Rücken über dem mittleren Nordatlantik aufgenommen hat. So potent der Rücken auf den ersten Blick wirkt - und in der Realität ist er das ja auch -, auch er hat Schwachstellen und diese werden in der Natur, man kennts aus der Tierwelt - in der Regel gnadenlos ausgenutzt. Im vorliegenden Fall ist die Rede von einem kleinen aber feinen Höhentief (HT), das als “Abfallprodukt” eines Cut-Offs über Nordeuropa den Weg zur Kimbrischen Halbinsel und den dänischen Inseln gefunden hat. Um von dort gaaaanz langsam südwärts zu ziehen. Mal abgesehen von der Labilisierung, die das HT bewirkt, ist die gealterte Subtropikluft (xSp) im Norden mittlerweile auch leidlich angefeuchtet (PPW 25 bis 30 mm, spezifische Grundschichtfeuchte bis 10 g/kg), so dass mit Hilfe solarer Einstrahlung gebietsweise bis zu 1500 bis 2000 J/kg CAPE zur Verfügung stehen. Nahezu ungehindert zur Verfügung stehen, sollte man vielleicht ergänzen, denn die Deckelung in der Vertikalsondierung ist relativ schwach. Zumindest ist anhand der Nachtaufstiege keine klar definierte Absinkinversion erkennbar, die es zu überwinden gilt.

Kurzum, mit Erreichen der Auslösetemperatur um 28°C bilden sich im Norden und der nördlichen Mitte nicht nur einige mächtige Quellungen. Es stehen auch einzelne Schauer oder Gewitter auf der Karte, wobei das Areal einzelner potenzieller Überentwicklungen in Form pulsierender Einzelzellen bei aller noch gegebenen Unschärfe etwa von SH/Westmecklenburg bis hinunter nach Ostwestfalen reicht. Der Vektor der mittleren Verlagerungsgeschwindigkeit ist sehr kurz, weshalb markanter Starkregen der Primus unter den begleitenden Parameter ist. Nicht ausgeschlossen, dass vereinzelt sogar das Unwetterkriterium >25 mm innert kurzer Zeit gerissen wird. Aufgrund der inversen V-Struktur in der unteren Troposphäre sind trotz fehlender Dynamik auch stürmische Böen 8 Bft, worst case Sturmböen 9 Bft möglich. Auch Hagel kann am Start sein, allerdings nicht allzu groß (die Zellen sind nicht gut genug organisiert) und am wahrscheinlichsten im Anfangsstadium.

Ansonsten bliebe zu konstatieren, dass ein Großteil des Landes einen trockenen, sonnenscheinreichen und sehr warmen bis heißen Montag erlebt. Anfänglich von Polen herüberdriftende Hochnebelfelder werden ebenso wie die im äußersten Norden und Nordwesten entweder von der gnadenlosen Sonne weggebruzzelt oder in flache Cum hum überführt. Auch die von Frankreich in den Westen und Südwesten ziehenden Wolkenfelder - Abgesandte der über dem Nachbarland auftretenden Gewitteraktivität - sorgen kaum mal für nennenswerte Schattenmomente. So steigt die Temperatur einmal mehr verbreitet auf 30 bis 35°C mit den höchsten Werten den Rhein entlang. Für den Südwesten und Westen wurde gebietsweise eine Hitzewarnung ausgegeben. Weniger aufgrund der Schwüle, die sich angesichts weiterhin niedriger Taupunkte sehr in Grenzen hält, sondern vielmehr wegen der anhaltend hohen Temperaturen, die sich freilich auch auf die Raumklimate auswirken. Etwas moderater der Norden und Nordosten mit 25 bis 29°C und noch moderater Küstenabschnitte mit auflandiger Windkomponente - 19 bis 24°C.

In der Nacht zum Dienstag kommt es nicht zur sonst häufig beobachteten Wetterberuhigung, auch wenn weite Landesteile freilich eine ruhige Nacht erleben werden. Nichtsdestotrotz tun sich zwei Baustellen auf, über die es zu reden respektive zu schreiben gilt. Bleiben wir zunächst im Norden bzw. in der Mitte, wo das kleine “Höhenei” nach Osten in Richtung MV abbiegt. Es sorgt dafür, dass auf seiner Südflanke weitere einzelne Schauer und Gewitter in Form abgehobener Konvektion generiert werden. Dabei ist weiterhin die Gefahr von Starkregen gegeben.

Baustelle #2 befindet sich in Süddeutschland, wo etwa gegen Mitternacht erste Gewitter bzw. gewittrige Regenfälle aus Frankreich in Empfang genommen werden. Sie stehen in Zusammenhang mit einer zonal exponierten Tiefdruckrinne, die sich langsam aber sicher bis zu uns ausweitet. Noch steht die genaue Struktur der Importgewitter/-regenfälle zwar nicht fest. Es deutet sich aber an, dass sich das Geschehen vom Oberrhein und dem Südschwarzwald ostwärts bis zum Alpenrand respektive dem südlichen Alpenvorland ausweitet, wobei eine zunehmende Verclusterung wahrscheinlich ist. Dabei steht ganz klar der Starkregen im Fokus, nicht großflächig, nicht zwingend gewittrig und wohl auch nur auf kurze Zeit fokussiert.

Während vielen West- und Südwestdeutschen gerade in den Ballungszentren oder aber in mittleren Hanglagen eine Tropennacht mit 20, 21 oder gar 22°C Minimum nicht erspart bleibt, geht die Temperatur im großen Rest der Republik auf 19 bis 13°C zurück. Am kühlsten dabei das nordostdeutsche Binnenland sowie die östlichen Mittelgebirge.

Dienstag…

verbleibt das HT mit seinem Drehzentrum über dem Grenzbereich von Vorpommern zu Polen. Dabei zeigt es Expansionsbestrebungen sowohl nach Osten, vor allem aber nach Westen. Das geht soweit, dass der Rücken in seinem mittleren Teil erheblichen Schaden nimmt. Oder anders ausgedrückt, der vom HT westwärts abgehende Trog nimmt Verbindung zu einem weiteren, westlich der Biskaya positionierten Höhentief auf, was spätestens am Mittwoch die Abspaltung einer eigenständigen Höhenantizyklone über der nördlichen Nordsee/südlichem Nordmeer vom Südteil des Rückens zur Folge hat. Mit dieser Liaison wird nicht nur das Strömungssetup in der Höhe zyklonaler. Auch die weiter alternde Subtropikluft wird immer feuchter (PPW über 30, teils über 35 mm) und labiler, was weiten Landesteile ein ordentliches Quantum nahezu ungedeckelten ML-CAPEs beschert (verbreitet um 1500 J/kg). Einzig in den Norden wird am Rande des zwar etwas schwächelnden, aber weiter präsenten Bodenhoch mit Nordostwind deutlich trockenere und damit konvektiv untaugliche Luft eingesteuert. Dort scheint abgesehen von einigen lockeren Wolken die Sonne bei 25 bis 30°C, an Küstenabschnitten mit auflandigem Wind etwas darunter.

Ansonsten steht morgen nach längerer Zeit mal wieder ein unruhiger Tag auf der Agenda, auch wenn die letzten Feinheiten noch nicht abschließend geklärt sind. Zunächst mal deutet Vieles darauf hin, dass die nächtlichen Aktivitäten am Morgen sowie am Vormittag in eine Minimumphase treten, sprich, sich Regenfälle und Gewitter abschwächen oder ganz zum Erliegen kommen. Lange wird diese Erholungsphase aber nicht dauern, bevor es wohl erst in der Mitte, mit nur leichter Verzögerung dann auch im Süden losgeht mit den konvektiven Umlagerungen. Die meisten Impulse dürften dabei vom Bergland ausgehen, aber auch konfluente Windstrukturen in der ansonsten eher amorph anmutenden Rinne über der Südhälfte sowie Outflows bestehender Systeme können den entscheidenden Kick geben. Insgesamt sieht es nach langsam ziehenden Einzel- und Multizellen aus, die durchaus das Potenzial für Mehrfachtreffer bzw. rückwärtigen Anbau haben, was sie gefährlich für Starkregen macht. Und tatsächlich sind die Signale für unwetterartigen Starkregen (25-40 l/m² innert kurzer Zeit) gerade von ICON-D2-EPS schwerpunktmäßig von der Harzregion bis hinüber nach Ostsachsen recht deutlich, dass genau das passiert. Sogar extreme Unwetter (<40 l/m²) sind stellenweise möglich, insbesondere im Bergland, wenn´s mit dem Gewitter/den Gewittern nicht vor und zurück geht. Angesichts der noch immer gegebenen inversen V-Struktur im unteren Bereich der vertikalen Zustandskurven soll und darf auch das Thema Wind/Sturm nicht außer Acht gelassen werden. Auch wenn die Dynamik fehlt, sind doch thermisch induzierte Böen 8-9 Bft gut und schwere Sturmböen 10 Bft nicht unmöglich. Hagelkörner sollten den Durchmesser von 2-3 cm nicht überschreiten, dafür sind lokale Hagelansammlungen ins Kalkül zu ziehen.

Schauer hin, Gewitter her, nicht zuletzt im Zuge zeitweiliger Einstrahlung wird es gerade im Westen und Südwesten wieder ein heißer Tag mit 30 bis 35°C.

In der Nacht zum Mittwoch ändert sich nicht viel an der GWL, sieht man mal davon ab, dass das HT etwas nach Süden rutscht und möglichweise einen zweiten Kern bildet Die Schauer und Gewitter jedenfalls verclustern zusehends und ziehen sich als gewittriger Starkregen Richtung Alpenrand bzw. östliche Mitte zurück. Vor allem die Starkregengefahr bleibt bestehen und nimmt bis in die Frühstunden nur langsam ab. Ansonsten präsentiert sich die Nacht teils wolkig oder gering bewölkt, teils klar. Dort, wo es tagsüber geregnet hat und längere Zeit aufklart, kann sich (flacher) Nebel bilden. Tiefsttemperatur in der SW-Hälfte 21 bis 15°C, sonst 17 bis 12°C, direkt am Meer darüber.

Mittwoch…

verbleibt Deutschland unter einer Potenzialrinne zwischen dem kleinen Höhentief im deutsch-polnischen Grenzbereich (so ganz weiß das Tief noch nicht, wohin es sich orientieren soll) und dem Tief westlich der Biskaya. Auch bodennah bleiben die Druckgegensätze gering. Der Norden setzt weiter auf Hochrandlage mit trockener Nordostströmung, was sonniges Wetter bei 25 bis 30°C (Küste etwas darunter) zur Folge hat. Ansonsten kommt es insbesondere südlich der Donau bzw. im Raum Südschwarzwald sowie in der östlichen Mitte zu weiteren Gewittern respektive schauerartigen Regenfällen mit eingelagerten Gewittern. Zu viele Details verbieten sich an dieser Stelle, da die Vita des Höhenstiefs noch leicht erratisch daherkommt, was übrigens ganz normal ist. Auf alle Fälle zeichnet sich durch die vorherigen und auch am Mittwoch noch andauernden Hebungsprozesse eine Abnahme der 850-hPa-Temperatur auf rund 10°C im Norden und bis zu 16°C im Süden ab, so dass auch das Areal mit 30+X°C im 2m-Niveau kleiner wird. Vor allem nach Westen hin sind aber noch mal bis zu 32°C drin, während sonst weite Landesteile auf 24 bis 30°C kommen.

Modellvergleich und -einschätzung

Im Grunde ist alles beschrieben inklusive der Unsicherheiten. Da meiste der bevorstehenden Konvektion wird sicherlich im Nowcasting abgearbeitet werden. Ob für morgen Dienstag evtl. eine Vorabinformation ausgegeben wird (aus jetziger Sicht würden sich Teile der östlichen Mitte anbieten, wo die Signale für (extremen) Starkregen am deutlichsten sind), kann in der Abendkonferenz noch diskutiert werden.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach

Dipl. Met. Jens Hoffmann

SYNOPTISCHE ÜBERSICHT KURZFRIST

ausgegeben am Freitag, den 10.07.2026 um 08 UTC

GWL und markante Wettererscheinungen: GWL: Übergang von Na (Nord antizyklonal) zu HNa (Hoch Nordmeer antizyklonal)

Auf KLAUS folgt LAURENT - sommerliches Wochenende, im Südwesten trocken-heiß, im Nordosten trotz einiger Wolken trocken-warm.

Synoptische Entwicklung bis Sonntag 24 UTC

Freitag…

setzt sich die blockierende Wetterlage in weiten Teilen Europas nahtlos fort. Zwar ist es nicht so, dass es nicht Versuche gäbe, ein oder zwei Löcher in das dicke Blockadebrett zu bohren. Zu nennen wäre da beispielsweise ein Kurzwellentrog, der gerade dabei ist, sich von Island bzw. der Irminger See zur Norwegischen See zu verlagern. Aber anstatt in Richtung Mitteleuropa zu schwenken und dort die Karten neu zu mischen, wird der Trog nordostwärts in die Polregion abgelenkt, so dass wir hier nix davon mitbekommen. Es bleibt also bei der eingefahrenen Konstellation bestehend aus dem ehemaligen Ostseesturm BERNADETTE, das mittlerweile zu einem hochreichenden und trägen Zentraltief mutiert ist. Vom Baltikum hat es die Nase offensichtlich voll, weshalb es seinen Sitz in den weißrussisch-ukrainischen Grenzbereich verlagert. Dabei keilt es mal mehr, mal weniger nach Westen aus, was bei uns gerade in den östlichen Landesteilen eine zyklonal konturierte Nord- bis Nordwestströmung zur Folge hat. Mitunter wird der Osten sogar von durchlaufenden Sekundärtrögen gestreift, eine wirkliche Wechselhaftigkeit des Wetters lässt sich daraus aber nicht ableiten. Was nützt es, wenn Zyklonalität in der Höhe auf Hochdruckeinfluss und vor allen eine gänzlich untaugliche, weil stabile und trockene Luftmasse unten trifft (gealterte Subpolarluft xPs).

Apropos Hochdruckeinfluss, der reicht aktuell in Form einer schier unendlichen, stabilen Brücke vom mittleren Nordatlantik über UK/Irland und Skandinavien bis in die Weiten Nordwestrusslands. Dabei wird der bisher für uns verantwortliche KLAUS durch LAURENT ersetzt, welcher sich im Tagesverlauf zu einer abgeschlossenen 1025-hPa-Ellipse zwischen der südnorwegischen Westküste und dem Seegebiet westlich Irlands mausert. Fast noch wichtiger als die Herren am Boden ist der stützende und nahezu stationäre Potenzialrücken in der Höhe, der quasi den Gegenspieler vom hochreichenden Tief über dem nahen Osteuropa mimt und vom westlichen Mittelmeer bis hoch nach Skandinavien reicht. Zwar wird der Rücken in seinem Nordteil vom o.e. KW-Trog etwas attackiert, was ihn in seinen Grundfesten aber keinesfalls erschüttert.

Das reicht nun aber dicke, um das doch eher unspektakuläre, weil ereignisarme Wetter des heutigen Freitags bei uns zu erklären. Ganz schnell abgehakt ist die Südwesthälfte, wo quasi den ganzen Tag ungehindert die Sonne scheint und die Temperatur auf 29 bis 34°C hochjagt (T850 15 bis 19°C). Das Erfreuliche dabei ist, dass die Hitze aufgrund der Trockenheit der Luftmasse mit niedrigen Taupunkten (unter 15°C) nicht drückend oder schwül daherkommt. Ansonsten gilt es, erstmal die SC/ST-Bewölkung zu bearbeiten, die sich unterhalb einer bis 950 hPa oder noch tiefer abgesunkenen Inversion von den Küsten bis an den Nordrand der zentralen Mittelgebirge ausgebreitet hat. Die Chancen, das heute früh noch ziemlich zähe Gewölk entweder aufzulösen oder in flache Cu hum zu überführen, stehen heute sehr gut, was man aktuell auch schon beobachten kann: geringe vertikale Mächtigkeit, fast maximale Tageslänge und somit lange Wirkdauer der hochstehenden Sonne, zudem Entrainment trockener Luft bedingt durch zunehmend auf Nord drehenden Wind (=> Wegfall des feuchten Nordseefetch). Bis zum Abend dürfte nicht mehr viel von den tiefen Wolken übrig sein. Dafür können nach Osten hin ein paar hohe Wolken durchziehen (der Absender dürfte bekannt sein, s.o.). Auf alle Fälle kann sich die Luft in der NO-Hälfte gegenüber den Vortagen diabatisch erwärmen auf 25 bis 29°C. Einzig direkt an der See sowie auf den vorgelagerten Inseln wird es aufgrund der nördlichen Windrichtung nicht ganz so warm.

In der Nacht zum Samstag tut sich nicht viel an der Großwetterlage, wenn man mal davon absieht, dass unser neues Hoch LAURENT ganz allmählich die 1030-hPa-Marke in seinem Zentrum knapp nördlich und westlich von Schottland ansteuert. Wetter- und bewölkungstechnisch läuft es deutschlandweit auf eine klare Nacht hinaus. Einzig am äußeren östlichen Rand könnten von der Ostsee und Polen her ein paar Wolkenfelder durchdriften (am ehesten Cirren, weniger tiefes Zeug). Und der Grenzbereich zu den Niederlanden sowie das westliche NDS könnten noch ein paar Rest-Stratusfelder von der Nordsee abbekommen. In der trockenen Luft kühlt es verbreitet auf 18 bis 11°C, vereinzelt im Norden sowie in einigen Senken und Mulden der östlichen Mittelgebirge auf 10°C oder etwas darunter ab. Am wärmsten bleibt es in einigen mittleren Hanglagen bzw. Ballungszentren SW-Deutschlands, wo die Tiefsttemperatur bei 20°C liegt.

Samstag…

bleibt die Konstellation Höhentief nahes Osteuropa vs. Rücken West-/Mitteleuropa erhalten. Zur vollen Wahrheit gehört noch ein weiteres Höhentief knapp westlich der Iberischen Halbinsel, was dem Gesamtmuster ein omega-ähnliches Aussehen verleiht und natürlich zur Stabilität des Ganzen beiträgt. So richtig ins Zeug legt sich Kollege LAURENT, der sich als längliches Hochdruckgebiet mit 1030+X hPa im Zentrum vom Seegebiet weit westlich Irlands bis zur norwegischen Westküste positioniert. Auf seiner SO-Flanke wird bei uns eine nördliche (Osthälfte) bis östliche Grundströmung erzeugt, mit der eine trockene und gut durchmischte Luftmasse in den Vorhersageraum strömt. Auf 850 hPa liegt die Temperatur an der Grenze zu Polen bei 10°C, während in Südbaden 20°C auf der Karte stehen. Das erklärt den immer noch vorhandenen thermischen Unterschied zwischen Nordost- (25 bis 31°C, Küste bei auflandiger Windkomponente etwas weniger) und Südwesthälfte (29 bis 35°C), wenn auch nicht mehr ganz so krass wie noch vor einigen Tagen. Trotz der hohen Temperaturen bleibt die Hitzebelastung im Südwesten wegen der weiterhin sehr trockenen Luft im Rahmen, wobei das freilich immer subjektiv ist.

Weitgehend objektiv präsentiert sich das Wetter (ob man´s mag oder nicht, steht wieder auf einem anderen Blatt), das der gesamten SW-Hälfte Sonne satt nahezu ohne Wolken beschert. Zwar wird die Luft gerade nach Süden hin durch die Überhitzung potenziell instabiler. Trotzdem bleibt die Gewitterwahrscheinlichkeit nahe null, weil sowohl die z.T. bis 700 hPa hinaufreichende Grundschicht als auch die darüber liegende Mitteltroposphäre viel zu trocken sind. Die wenigen hundert Joule pro Kilogramm CAPE, die trotzdem über dem Südschwarzwald und am Alpenrand numerisch angeboten werden, dürften für ein paar hochbasige Quellungen und vielleicht einen Schauer, aber kaum für ein Gewitter reichen.

Quellungen sowie einige mittelhohe und hohe Wolken stehen morgen auch nach Osten und Nordosten hin auf dem Zettel, was der Nähe zum Höhentief geschuldet ist. Einige externe Modelle wie SuperHD, IFS oder auch UK10 quetschen da sogar ein paar schlappe Schauer aus den Wolken, was beim Blick auf die vergleichsweise trockenen Vertikalsondierungen schwerfällt zu glauben. Wenn´s dann doch vereinzelt mal passieren sollte, dürfte das eher als erfrischende Abwechslung denn als Störung wahrgenommen werden.

Die Nacht zum Sonntag bringt keine signifikanten Änderungen der Wetterlage. Heißt verbreitet klarer Himmel, im Norden und Osten ein paar hohe oder mittelhohe Wolkenfelder und Tiefsttemperaturen zwischen 19 und 11°C. Die höchsten Werte werden dabei direkt an der See sowie im Südwesten erwartet (dort gerade in einigen Innenstädten sogar Tropennächte mit 20+X°C Min.). Dafür kühlt es in Senken und Mulden der zentralen, östlichen und südöstlichen Mittelgebirge auf 10°C oder etwas darunter ab.

Sonntag…

bleibt das Hoch mit seinem Zentrum 1030+X-hPa-Zentrum über der nördlichen Nordsee respektive der südlichen Norwegischen See das Maß der Dinge. Von dort erstreckt sich ein wuchtiger Keil nach Südosten, der über die Alpen hinweg bis zum italienischen Stiefel reicht. Weiterhin mit von der Partie ist der Höhenrücken, der wie in Stein gemeißelt westlich von uns thront und dabei Absinken generiert. Kurzum, das Setup bleibt antizyklonal konturiert und warm bis heiß wird´s auch wieder. 28 bis 35, am Oberrhein lokal vielleicht 36°C stehen an, lediglich ganz oben im Norden geht´s nicht ganz so in die Vollen. Dazu scheint die Sonne, in der SW-Hälfte von einem weitgehend wolkenlosen Himmel, sonst garniert von einigen Quellungen bzw. höheren Wolkenfeldern. Dass SuperHD, IFS und auch UK10 im Osten sogar ein paar vereinzelte schlappe Schauer aus den Cumulanten rausholen, kann als sehr ambitioniert gewertet, aber nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Ausschließen kann man potenzielle Gewitter über den Alpen und dem Schwarzwald, wo die Luft noch trockener wird als zuvor.

In der Nacht zum Montag mogelt sich ein kleiner Randtrog von der Ostsee in den äußersten Nordosten, der dort etwas Hebung erzeugt. Ob das auch einen Impact nach sich zieht, ist sehr fraglich. Die Modelloutputs gehen von nothing bis hin zu einzelnen Gewittern, was aber sehr sportlich erscheint. Nun gut, lassen wir uns überraschen. Der größte Teil des Landes verbringt die Nacht unter klarem oder nur gering bewölkten Himmel. Einzig von der Deutschen Bucht her “droht” dem nördlichen NDS einmal mehr Stratus oder Stratocumulus, was aber noch nicht in Beton gegossen ist. Tiefstwerte 20 bis 11°C, am wärmsten nach wie vor der Südwesten.

Modellvergleich und -einschätzung

Es ist alles geschrieben.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach

Dipl. Met. Jens Hoffmann

SYNOPTISCHE ÜBERSICHT KURZFRIST

ausgegeben am Mittwoch, den 08.07.2026 um 18 UTC

SCHLAGZEILE: Ereignisarme Hochrandlage (KLAUS) mit nur langsam aufweichenden Temperaturunterschieden zwischen NO- und SW-Hälfte.

Synoptische Entwicklung bis Freitag 06 UTC

Aktuell …

ist die Großwetterlage in großen Teilen Mitteleuropas ziemlich festgefahren. Nachdem das veritable Sommersturmtief BERNADETTE gestern sowie in der Nacht zum Mittwoch mit reichlich Krawall auf dem Sektor der Luftbewegung die Ostsee gekreuzt hat, ist inzwischen weitgehende Ruhe eingekehrt. So hat der Wirbel den Grenzbereich zwischen den baltischen Staaten und Westrussland bzw. Belarus erreicht, wo er heute Abend zwar immer noch auf einen Kerndruck von unter 1000 hPa kommt, tendenziell aber dabei ist, sich aufzufüllen. Dass die BERNADETTE ihre beste Zeit bereits hinter sich hat, ist auch an der nahezu kongruenten Position des überlagerten Höhentiefs erkennbar, was eine quasisenkrechte Vertikalachse impliziert. Kommende Nacht und in den nächsten Tagen wird das Tief keine großen Sprünge mehr machen, sondern sich weiter Altersspeck anfuttern, um Richtung Wochenende von der Wetterkarte zu verschwinden.

Aber nicht nur auf der zyklonalen Seite tut sich in Sachen Mobilität und Bewegung wenig bis nichts. Auch der antizyklonale Widerpart in Form eines von SW-Europa bis zum Europäischen Nordmeer reichenden Potenzialrückens nebst korrespondierender Hochdruckzone (Gott zum Gruße KLAUS) sind eher Bewegungslegastheniker. Zwar gibt es an den Rändern durchaus ernstzunehmende Störgeräusche (z.B. schwacher Trog Iberische Halbinsel oder auch stärkerer Trog von Island ostwärts schwenkend), für den Vorhersageraum sind diese aber nur tangential-peripher. So wird der Rücken für uns das Maß der Dinge, wobei die großen thermischen Gegensätze zwischen Nord-Nordost und Süd-Südwest ab Freitag mehr und mehr abgebaut werden.

In der nun unmittelbar bevorstehenden Nacht zum Donnerstag löst sich die heute Mittag noch diagonal über Deutschland analysierte Kaltfront auf. Damit wird auch das zugehörige Wolkenband immer fragiler und löchriger. Gerade Richtung Alpen (Staukomponente) sowie gebietsweise in NRW und dem südwestlichen NDS bleiben aber noch dichtere Reste übrig, aus denen an den Alpen sogar ein paar Tropfen fallen können. Stratus oder Stratocumulus soll später nach Aussage der meisten Modelle auch von der Nordsee und Dänemark nach Norddeutschland reinziehen. Scrollt man allerdings in der aktuellen Satellitenbildversion nach Norden, findet man über der östlichen Nordsee (Utsira bis Deutsche Bucht) nicht einen Fitzel SC oder ST. Folglich muss sich, damit die Vorhersage einigermaßen stimmt, diese Bewölkung in den nächsten Stunden erst bilden, was bei andauerndem Nordwestwind über die “warme” Nordsee bei tiefer Inversion (900 bis 950 hPa) durchaus möglich ist.

Ansonsten sei nur noch vermerkt, dass der anfänglich an der Küste sportliche West-Nordwestwind mehr und mehr an Saft verliert. Einzig auf wenigen exponierten Kuppen oder Kämmen treten dann noch Böen 7-8 Bft auf (LLJ). Tiefstwerte 18 bis 11°C, in der Oberlausitz bis 9°C.

Donnerstag …

verbleiben wir unter einer nordwestlichen Höhenströmung, die von Westen her aber immer schwächer wird und aus synoptischen Gesichtspunkten keine nennenswerte Relevanz besitzt. Grund der Abschwächung ist der sich in infinitesimalen Schritten nähernde Rücken, der gleichzeitig einen Schwerpunkt des korrespondierenden Bodenhochs vor die Westfriesische Küste verpflanzt. Von dort erstreckt sich ein Keil diagonal über Deutschland Richtung Alpen und noch etwas darüber hinaus. Wenn man so will, übernimmt die Divergenzachse des Keils die Rolle einer Luftmassengrenze, welche die von der Nordsee in den Norden und Osten einfließenden mäßig warmen bis warmen Luftmassen (Tmax 20 bis 25°C) von sehr warmer bis heißer Luft im Süden und Westen (Tmax 25 bis 31°C, an Saar, Mosel und Oberrhein bis zu 33°C) trennt.

Wetter- respektive sonnenscheintechnisch treten ebenfalls noch Ungerechtigkeiten auf. So muss sich ein von der Deutschen Bucht über NDS bis zu den zentralen und östlichen Mittelgebirgen reichender Korridor auf zähes tiefes Gewölk unterhalb der zwischen 900 und 850 hPa positionierten Inversion einstellen (permanenter Feuchtefluss von der Nordsee), das nur sehr schwerfällig auf etwaige Auflockerungsversuche reagiert. Gut möglich, dass vor allem in NDS die Schotten bis zum Abend weitgehend dicht bleiben. Bessere, z.T. sogar deutlich bessere Chancen auf Sonne gibt es einerseits in weiten Teilen West- und Süddeutschlands (vom Saarland bzw. der Südpfalz bis hinunter zur schweizer Grenze vielfach wolkenlos) sowie von der Ostsee bis zur Lausitz/Zittauer Gebirge.

In der Nacht zum Freitag ändert sich kaum was an der Wetterlage. Prägend sind der Tagesgang und die untergehende Sonne, die - welch Überraschung - einen Temperaturrückgang bewirken. Im Südwesten fällt dieser etwas schleppend aus, meint, in einigen Ballungszentren sowie in mittleren Höhenlagen könnte es eng werden mit der Unterschreitung der 20°C-Marke. Ansonsten stehen in der SW-Hälfte 19 bis 12, in den übrigen Landesteilen 16 bis 10°C auf der Karte. Nur direkt am Meer bleibt es etwas milder, während einige Senken und Mulden der östlichen Mittelgebirge hohe einstellige Tiefstwerte anvisieren. Anfällig für tiefe Bewölkung bleiben die Regionen zwischen Nordsee und Thüringer Wald bzw. Erzgebirge, wobei sich das Gewölk gegenüber dem Abend z.T. sogar wieder verdichtet.


Synoptische Entwicklung bis Samstag 06 UTC

Freitag …

NOSIG (siehe Frühübersicht)

Modellvergleich und -einschätzung

Die größte Unsicherheit bei der Vorhersage ist die tiefe Bewölkung. Wo hält sie sich wie lange, bildet sie sich kommende Nacht und verdichtet sich wieder in der Folgenacht. Ansonsten steht der Fahrplan.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach

Dipl. Met. Jens Hoffmann

SYNOPTISCHE ÜBERSICHT KURZFRIST

ausgegeben am Dienstag, den 07.07.2026 um 08 UTC

GWL und markante Wettererscheinungen: GWL: Zunächst noch NWz (Nordwest zyklonal), bis Donnerstag Übergang zu NWa bzw. Na (Nordwest/Nord antizyklonal)

Brachialer Sommersturm über der Ostsee - Deutschland am Rande mit weiterhin großen, vor allem thermischen Unterschieden zwischen Nordost und Südwest.

Synoptische Entwicklung bis Donnerstag 24 UTC

Dienstag…

befindet sich Deutschland am südlichen Rand eines mehrkernigen Tiefkomplex über Skandinavien, dem ein recht flacher, dafür breiter Potenzialrücken über den nahen Atlantik respektive Südwesteuropa gegenübersteht. Macht unter dem Strich eine zyklonal konturierte nordwestliche Höhenströmung, unter der heute die mittlerweile doch ziemlich krasse Zweiteilung nicht nur des Wetters, sondern auch der Temperatur erhalten bleibt. Hochsommer im Südwesten, Frühherbst im Nordosten, so die etwas überspitzt formulierte Kurzformel des aktuellen Geschehens. Doch zunächst zurück zum nordeuropäischen Tiefdrucksystem, bei dem der sonst von tropischen Wirbelstürmen bekannte Fujiwara-Effekt zum Tragen kommt. Heute Morgen können im Potenzialfeld drei Kerne ausgemacht werden: #1 Westnorwegen, #2 Nordschweden, #3 Südfinnland. #2 und #3 verschmelzen im Tagesverlauf zu einem Drehzentrum, während #3 südostwärts Richtung Südschweden steuert. Kurzum, die Kerne bewegen sich um eine virtuelle Drehachse gegen den Uhrzeigerinn, beeinflussen sich dabei und am Ende - jetzt sind wir aber schon am morgigen Mittwoch - geht ein Wirbel auf Kosten des anderen als “Sieger” hervor. In diesem Fall wird das die #3, also der südliche Kern sein, der ganz nebenbei auch noch eine veritable Sommerzyklogenese anstößt.

Womit wir bei der Bodendruckverteilung wären. Auch da lassen sich über Skandinavien mehrere Kerne detektieren, von dem wir uns den entscheidenden herausspicken. Heute früh noch als kleines und unscheinbares 1000-hPa-Tief unweit des Oslofjords gelegen, geht es im Tagesverlauf eine äußerst fruchtbare Symbiose mit der #3 ein. Konkret, das Bodentief gelangt unter die entwicklungsgünstige diffluente Vorderseite des Höhentiefs (“left exit”) in einen Bereich mit reichlich Höhendivergenz, der kräftigen Druckfall zur Folge hat. So wird sich der BERNADETTE II getaufte Wirbel (BERNADETTE die Erste befindet sich weit weg westlich von Island) auf seinem Weg zum baltischen Ostseeraum bis Datumswechsel auf etwa 985 hPa!! vertiefen und Teilen der Ostsee einen dicken, fetten Sturm bescheren bis hin zu schweren Sturm-, in Verbindung mit Konvektion vielleicht sogar Orkanböen bescheren. Bleibt zu hoffen, dass die im Sommer zahlreichen Segler und Motorbootfahrer früh genug gewarnt sind und sich von den freien Wasserflächen zurückziehen.

Wir hier in Deutschland bleiben freilich nur am Rande des Sturmtiefs, was aber keinesfalls bedeutet, dass hier nur ein laues Lüftchen über die Lande weht. Der Gradient ist auch in der Peripherie des Sturmwirbels noch solide genug aufgestellt, gestützt übrigens durch JOCHEN, seines Zeichens Hochdruckgebiet über Südwesteuropa und dem nahen Atlantik. Drucktechnisch gehört JOCHEN sicherlich nicht zu den Vollathleten seiner Zunft (vielmehr als 1020 hPa lassen sich nicht finden auf der Wetterkarte), trotzdem leistet auch er seinen Beitrag. Vor allem aber beschert er den Süd- und Westdeutschen einen zwar nicht lupenreinen (dazu ziehen immer wieder mal mehr, mal weniger dichte Wolkenfelder durch), aber doch sehr warmen bis heißen Sommertag mit Temperaturspitzen zwischen 28 und 35°C. Je weiter wir jedoch Richtung Norden und Osten blicken, desto mehr Abstriche gilt es zu akzeptieren: die Wolken werden nicht nur immer dichter, sie werden auch inkontinent. Vor allem zwischen Nordsee und Oder bzw. Neiße fällt immer mal wieder etwas Regen oder Nieselregen, wobei am Nachmittag aber eine abnehmende Tendenz erkennbar ist. Dazu nimmt die Temperatur von SW nach NO graduell ab, so dass am Ende der Fahnenstange zwischen Deutscher Bucht und Uckermark gerade mal schlappe 18 bis 20°C als Höchstwert übrigbleiben.

Im Blickpunkt des heutigen Geschehens steht aber eindeutig der Wind, der im Tagesverlauf aus West bis Nordwest kommend Fahrt aufnimmt und weiten Teilen des Landes Spitzen der Stärke 6 bis 7 Bft beschert. Noch mehr gibt es in höheren Lagen sowie an den Küsten, wo Böen 8-9 Bft, auf dem Brocken sogar 10 Bft auf der Karte stehen. Eine 10 Bft ist am Nachmittag auch auf Rügen nicht gänzlich ausgeschlossen, dann nämlich, wenn die Kaltfront auf den Norden des Landes übergreift. Es sei an dieser Stelle angemerkt, dass sich die gestern ausgegebenen Windwarnungen stark an der ICON-DE-EPS Prognose orientiert haben. Externe Modelle, allen voran IFS, sind 0,5 bis 1 Windstärken aggressiver als die deutsche Modellkette, so dass auch größere Flächen Böen 7 Bft abbekommen würden. Es ist bekannt, dass IFS den Impulstransport von Höhenwinden der unteren Troposphäre häufig übertreibt, insbesondere bei stabiler Schichtung. Heute ist die Schichtung relativ stabil, so dass wir gespannt sein dürfen, was am Ende herauskommt - ein guter Tag, um die Modellprognosen zu verifizieren.

In der Nacht zum Mittwoch, im Grunde schon in den Abendstunden beginnt der Luftdruck von Südwesten her langsam zu steigen, was eine beginnende Aufweichung des Gradienten zur Folge hat. Hinzu kommt der Tagesgang, so dass vom tagsüber noch so mobilen Wind nicht allzu viel übrigbleibt. Insbesondere im Binnenland geht´s schnell zu Ende, während die Maschinen an den Küsten deutlich langsamer gestoppt werden können. Zwar verliert der Wind auch dort an Mobilität, an der Ostsee sowie an der schleswig-holsteinischen Nordseeküste bleiben aber zumindest einiger 7er-, anfangs auch noch 8er-Böen (Vorpommern) bis zum Frühstück am Start.

Ansonsten gilt es zu konstatieren, dass die Höhenströmung etwas nach rechts dreht (also aufsteilt), weil a) unsere #3 über die Ostsee gen Baltikum schwenkt und b) der Rücken über dem nahen Atlantik an Amplitude gewinnt. Viele Impulse lassen sich nicht ableiten aus der Höhe, so dass die nach Südwesten vorankommende Kaltfront zwar ´ne Menge Wolken, aber nur wenig Regen generiert. Größere Wolkenlücken gibt es präfrontal im äußersten Süden und Südwesten sowie in der postfrontal einfließenden, deutlich abgetrockneten (PPW um oder unter 15 mm) maritimen Polarluft (mP; Rückgang T850 auf 8 bis 5°C).

Mittwoch…

bleibt uns die zunehmend indifferent konturierte nordwestliche Höhenströmung erhalten. Nennenswerte Hebungsimpulse sind weiterhin nicht auszumachen, so dass wir unseren geschulten Blick rasch auf die Verhältnisse in der untersten Troposphäre lenken können. Dort nistet sich das Sturmtief über dem baltischen Festland ein, wo es sich langsam aber sicher auffüllt. Der Restgradient an der Südwestflanke reicht aber noch aus, um im Norden und Osten des Vorhersageraums einen mitunter böig auflebenden, mit heute aber nicht mehr vergleichbaren Nordwestwind zu initiieren. Böen 7 Bft fokussieren sich auf einige Küstenabschnitte (vor allem Nordsee SH, Fehmarn, Ostsee Vorpommern) nebst angrenzenden Binnenland sowie auf höhere Lagen oder Leelagen der Mittelgebirge.

Darüber hinaus gilt es die Kaltfront zu erwähnen, die in ihrem Ostteil den Süden erreicht, von dort aber Richtung Deutsche Bucht zurückhängt respektive in die Warmfront eines Tiefdrucksystems über Nordwesteuropa übergeht, in dem auch BERNADETTE I drinhängt. An bzw. in der Peripherie der Front bleibt es längere Zeit stark bewölkt oder gar bedeckt, bevor zum Nachmittag und Abend zunehmende Auflockerungstendenzen sichtbar werden. Hier und da fällt etwas Regen oder Nieselregen, am östlichen Alpenrand (Stau) auch länger und etwas mehr (um 5 l/m²). Dort spukt in einigen Modellen sogar die Idee von einem Gewitter herum, was zwar nicht besonders wahrscheinlich, aber auch nicht gänzlich ausgeschlossen. Eine bei 600 bis 550 hPa vorhandene Sperrschicht, die dort anzutreffenden -7/-8°C sowie die rasche und deutliche Abtrocknung darüber sind alles Argumente, die gegen elektrische Überentwicklungen sprechen. Ansonsten zeigt sich sowohl im äußersten Südwesten (27 bis 32°C) als auch im postfrontalen Nordosten (21 bis 25°C; direkt an der See etwas darunter) zeitweise die Sonne.

In der Nacht zum Donnerstag schiebt sich der Höhenrücken dichter an den Vorhersageraum heran. Im Bodendruckfeld macht sich das kaum bemerkbar, bleibt doch das Niveau auf vergleichsweise bescheidenen 1014 bis 1018 hPa stehen. 4 hPa Unterschied implizieren - und das völlig zu Recht -, dass beim Wind nun auch an den Küsten nicht mehr viel geht. Was natürlich auch daran liegt, dass sich das ehemalige Sturmtief weiter auffüllt. Schwer hat es die Kaltfront, die sich dem Druck des Rückens wird beugen und von der Wetterkarte verschwinden müssen. Bewölkungsrückgang bzw. -auflösung machen weitere Fortschritte, allerdings mit zwei Ausnahmen: Im Süden/Südosten, gerade Richtung Alpen (Stau), bleibt es gebietsweise dicht bewölkt. Am Alpenrand tröpfelt es hier und da sogar noch ein wenig. Zudem ziehen von der Nordsee dichte und ausgedehnte SC-/ST-Felder landeinwärts, wobei noch nicht ganz klar ist, wie weit. Thermisch geht´s deutschlandweit runter auf 17 bis 11°C.

Donnerstag…

ist die Wettergeschichte relativ schnell erzählt. Der Rücken rückt noch etwas dichter an Deutschland heran, bleibt mit seiner Achse aber trotzdem noch knapp westlich von uns positioniert. Die inzwischen auf Nord-Nordwest gedrehte Höhenströmung wird immer schwächer und kann bei den synoptischen Betrachtungen vernachlässigt werden. Bodennah gelangen wir in den gradientschwachen Bereich eines wabbeligen, vom nahen Atlantik nach Mitteleuropa gerichteten breiten Hochkeils, der keine 1020 hPa auf die barische Waage bringt. Unter gütiger Mithilfe des Rückens langt das aber, um weite Teile Süd- und Westdeutschlands mit viel Sonne und sommerliche Wärme oder Hitze zu versorgen (Tmax 26 bis 33°C). Lediglich in Ost- und Südostbayern ist der Wolkenanteil etwas höher. Die meisten Wolken allerdings ziehen von der Nordsee bzw. Norddeutschland (wir erinnern uns, in der Nacht ist Stratus und Stratocumulus reingezogen) südostwärts in Richtung Erzgebirge, was typisch für diese Strömungskonstellation ist. Vereinzelt fallen sogar ein paar zaghafte Tropfen. Richtung Ostsee, insbesondere gen Vorpommern und von dort runter bis in den Berliner Raum und die Lausitz nehmen die Sonnenanteile wieder zu. Temperaturen in der NO-Hälfte 20 bis 27°C.

Die Nacht zum Freitag bringt vielerorts gering bewölkte oder klare Verhältnisse. Einzig im besagten Korridor Nordsee-Erzgebirge bleibt es gebietsweise wolkig oder stark bewölkt. Dort, wo es länger aufreißt, kann sich (flacher) Nebel bilden. 19 bis 11°C, in einigen Ballungszentren im Südwesten lokal auch schon mal wieder 20°C.

Modellvergleich und -einschätzung

Die Basisfelder werden von den Modellen sehr ähnlich gerechnet. Es sind die bekannten Unterschiede, die auftreten. Nimmt man den Vergleich ICON vs. IFS, dann bietet IFS sowohl etwas mehr Wind als auch etwas mehr Niederschlag an. Wie so oft liegt die Wahrheit in der Mitte. Gleichwohl wurde sich im Windwarnmanagement etwas mehr ans IFS orientiert und somit das Rundum-Sorglos-Paket gebucht.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach

Dipl. Met. Jens Hoffmann

SYNOPTISCHE ÜBERSICHT KURZFRIST

ausgegeben am Samstag, den 04.07.2026 um 18 UTC

SCHLAGZEILE: Fortdauer der Nordwestlage, am Sonntag in der Fläche etwas zyklonaler als bisher.

Synoptische Entwicklung bis Montag 06 UTC

Aktuell …

setzt sich der Südwest-Nordost-Gegensatz in Deutschland nahtlos fort. Typisch für den Großwetterlagentypus NW (Nordwest), der derzeit noch das a wie antizyklonal trägt, ab morgen aber auf z wie zyklonal wechselt. Im Grunde ist das aber nur von akademischen Interesse. Wichtig ist, was auf der Platte passiert. Und da durfte sich die Südwesthälfte heute über einen Sommertag par excellence freuen: Sonne satt, zur Mitte hin ein paar flache, aber hochbasige Quellungen und Temperaturen meist über 25, lokal sogar um 30°C bei überwiegend einstelligen Taupunkten. Die Dankeskarten gehen an JOCHEN, einem großräumigen Hochdruckgebiet mit großer 1030+X-Isobare westlich von Frankreich, von dem aus ein breiter und robuster Keil bis fast ans Schwarze Meer reicht. Als Gegenspieler(in) fungiert - gerade noch muss man sagen - ZOE, ein Tiefdruckgebiet, welches die besten Zeiten bereits hinter sich hat. Vom Baltikum kommend hat es inzwischen den Westen Russlands erreicht, wo es sich einer weiteren Tiefdruckzone unter Verlust der eigenen Identität anschließt.

Nichtsdestotrotz bleibt zwischen dem steten JOCHEN und der scheidenden ZOE auch in der kommenden Nacht noch immer ein solider Druckgradient bestehen, der sich an der See im Zuge eines von der Nordsee respektive Südskandinavien südostwärts steuernden Bodentrogs sogar wieder etwas verstärkt. Kurzum, erst an der Nord-, später dann auch an der Ostsee präsentiert sich der West-Nordwestwind trotz nachtschlafender Zeit sportlich mit Böen bis Stärke 7 Bft.

Darüber hinaus wird es Zeit, sich das Geschehen über dem nahen Atlantik etwas genauer anzuschauen. Dort wurde der Analysator heute Mittag zu fast unmenschlichen Höchstleistungen gezwungen, um am Ende zu einer diffizilen, aber synoptisch durchaus nachvollziehbaren Frontenkonstruktion zu gelangen: Doppelfront mit in die Nordsee gerichteter flacher Warmfrontwelle (AUSYNJA, südlicher Frontenzug) und teilokkludierter Kaltfront knapp nördlich. Es ist stark davon auszugehen, dass dieses Konstrukt, das in einem frontogenetisch geprägten Bereich liegt, nur eine Momentaufnahme darstellt. Am Ende - wahrscheinlich schon heute Abend - wird es zu einer Verschmelzung der Frontenzüge kommen mit Anbindung der “Nordseewarmfront” an das nördliche System, das in ein Tief über der Norwegischen See mündet. Liest sich kompliziert (vor allem, wenn man die 12-UTC-Analyse nicht neben sich hat), ist es ein Stück weit auch, aber Meteorologie ist nun mal nicht einfach.

Bliebe also “nur noch” das Nachtwetter und da wurde die NO-Hälfte bisher ja noch gar nicht erwähnt. Die nämlich hatte heute mit Ausnahme Vorpommerns und der Uckermark, wo zeitweise oder sogar länger die Sonne schien, nicht nur mit reichlich Gewölk, sondern gebietsweise (Korridor Deutsche Bucht bis nach Ostsachsen) auch mit leichten Regenfällen zu kämpfen. Dabei kam die Temperatur in einem von der Nordsee südostwärts bis etwa Sachsen-Anhalt gerichteten Streifen nicht oder punktuell nur so gerade auf 20°C. Ja, ja, Nordwestlagen sind häufig ungerecht, wobei man aber sagen muss, dass so mancher im Norden und Osten vielleicht gar nicht so unglücklich war und ist über das momentane Wetter. Wir erinnern uns, genau vor einer Woche wurde der in der Fläche heißeste Tag ever in Deutschland registriert (Flächenmittel der Höchsttemperatur knapp 37,5°C!!), was für viele alles andere als ein Vergnügen war.

Nun aber endlich zum Wetter der kommenden Nacht, das der NO-Hälfte weiteren Regen bringt - zeitweilig, nicht flächendeckend und auch nicht allzu üppig (meist unter 5 l/m²). Nach Süden und Südwesten hin bleibt es zwar trocken, insgesamt schiebt sich aber die virtuelle Linie zwischen wolkig bis stark bewölkt auf der einen und gering bewölkt bis klar auf der anderen Seite peu a peu südwestwärts. Das macht sich auch bei der Tiefsttemperatur bemerkbar, die deutschlandweit auf eine Range zwischen 18 und 12°C, im Süden lokal um 10°C kommt und damit um einiges höher liegt als in der vergangenen Nacht, in der es vor einstelligen Werte nur so wimmelte.

Sonntag …

bleibt das geopotenzielle Setup weitgehend unverändert: über der Iberischen Halbinsel + erweiterter Nachbarschaft ein breiter Rücken, von Grönland bis nach SO-Europa eine fetter Trog. Bedeutet für uns eine leicht flatternde nordwestliche Höhenströmung, mit der kleine, aber durchaus impulsgebende Kurzwellen südostwärts durchgeschleust werden. Dem JOCHEN ist das nicht ganz geheuer, was ihn dazu veranlasst, seinen ostwärts gerichteten Keil etwas zu stutzen bzw. nach Westen zurückzuziehen. Ein strategisches Manöver, das insofern in die Hose geht, als dass die Atmosphäre kein Vakuum duldet. Kurzum, von Norden her dringt die o.e. Kaltfront des Tiefs über der Norwegischen See bis weit in den Vorhersageraum ein. Den Süden erreicht sie allerdings nicht ganz, weil sie zusehends ins Schleifen gerät bzw. nach Westen hin in die Warmfront eines Tiefs mit Kern südlich von Kap Farvel (12 UTC, BERNADETTE) übergeht.

Wie bereits weiter oben erwähnt, wird dadurch die gesamte Strömungskonstellation zyklonaler, was sich u.a. dadurch äußert, dass sich die Zone mit längerem Sonnenschein, den höchsten Temperaturen (27 bis 30°C) und weitgehend trockenen Verhältnissen immer weiter in den Südwesten der Republik Richtung Südbaden/Oberschwaben zurückzieht. Ansonsten stellt sich in der einfließenden, nicht überbordend labilen, aber ziemlich feuchten (PPW z.T. um 30 mm) Nordatlantischen Meeresluft wechselnde bis starke Bewölkung ein, in der sich zahlreiche Schauer entwickeln. Von den zentralen Mittelgebirgen südwärts werden sogar wenige hundert Joule pro Kilogramm CAPE generiert, was am Nachmittag allfällige Gewitter bzw. gewittrige Schauer auf den Plan ruft. Zwar zeigen die Prognosesoundings im Bereich 600/550 hPa eine kleine Inversion mit darüberliegenden Trockenschicht. Die neuralgische -10°C-Marke an der Wolkenobergrenze wird aber zumindest teilweise erreicht, so dass einige Überentwicklungen im Form ziehender pulsierender Einzelzellen als wahrscheinlich angesehen werden können. Warnfarbe ist Gelb bis Ocker, Ocker am ehesten wegen Wind bis 8 Bft, weniger wegen Starkregen. Kleiner Hagel kann freilich auch mit von der Partie sein.

Ganz in den Norden (SH, MV, HH, nordöstliches NDS) wird eine Portion trockenere, durch Skandenföhn modifizierte Luftmasse gesteuert, in der das PPW auf unter 20 mm zurückgeht. Dort wird es nicht für Schauer reichen, zumal auch die Inversion deutlich weiter unten liegt (um 800 hPa). Zeitweise scheint sogar die Sonne, am meisten an der Ostsee. Begleitet allerdings von einem äußerst flotten, bis weit ins nordostdeutsche Binnenland ausgreifenden Nordwestwind, der in der Spitze Böen 7 Bft, in Vorpommern (wegen der besseren Durchmischung eher im küstennahen Binnenland als direkt an der Küste) auch 8 Bft auf die Geber bringt. An der Nordsee ist vor allem die schleswig-holsteinische Seite von steifen Böen 7 Bft betroffen, aber auch die Küstenabschnitte zwischen Weser- und Elbemündung sind nicht ganz raus.

Höchsttemperatur an der See um 20°C, sonst 21 bis 27°C mit den höchsten Werten nach Süden bzw. Südwesten hin.

In der Nacht zum Montag bleibt die schleifende Frontenkonstellation über Deutschland erhalten, wobei sich über der Nordsee eine flache Welle vor die BERNADETTE setzt (00 UTC). Diese steuert Nordwestdeutschland an, wo die zugehörige Warmfront bis zum Frühstück etwas stratiformen Regen ablässt. Gleichzeitig ziehen sich die Tagesschauer und -gewitter von der Mitte mehr und mehr in den Südosten respektive an die Alpen zurück, wobei die Gewitterwahrscheinlichkeit kontinuierlich abnimmt. Am Alpenrand stellt sich eine leichte Staukomponente ein. Weitgehend trocken bleibt es im äußersten Osten und Nordosten sowie die Regionen zwischen Rheinland und Südbaden. Während der Wind im Binnenland in den Abendstunden bereits wieder einknickt, muckt er aus westlichen Richtungen kommend an der See immer mal wieder auf (Böen 7 Bft).

Tiefsttemperatur 17 bis 10°C.


Synoptische Entwicklung bis Dienstag 06 UTC

Montag …

siehe Frühübersicht.

Modellvergleich und -einschätzung

Die Modellergebnisse bewegen sich im Rahmen der üblichen Streuung. Signifikant abweichende Entwicklungen sind nicht zu erwarten.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach

Dipl. Met. Jens Hoffmann

SYNOPTISCHE ÜBERSICHT KURZFRIST

ausgegeben am Freitag, den 03.07.2026 um 18 UTC

SCHLAGZEILE: Am Samstag SW-Hälfte Vollsommer bei bis zu 30°C, NO-Hälfte Schmalspursommer, zeit- und gebietsweise leichter Regen, unter 25°C.

Synoptische Entwicklung bis Sonntag 06 UTC

Aktuell …

befindet sich Deutschland unterhalb einer weitgehend indifferent konturierten nordwestlichen Höhenströmung. Impulsgebende Säulen sind ein von Fennoskandien bis zum östlichen Mitteleuropa reichender Trog sowie ein breiter Rücken über der Iberischen Halbinsel, der Biskaya und den Seegebieten westlich davon. Nennenswerte Akzente gehen von der Höhe nicht aus, weshalb wir uns schnell den Verhältnissen in Bodennähe widmen können. Da wäre auf der einen Seite das weit nach Osten verschobene Azorenhoch (elliptisches Zentrum mit 1030+X hPa westlich der Bretagne), von dem aus sich ein wuchtiger Keil ostwärts bis zum nördlichen Balkan erstreckt. Ihm gegenüber steht der Sommerwirbel ZOE, ein Tief mit etwas unter 1005 hPa im Kern, welches das schwedische Festland gerade hinter sich gelassen hat und nun die Rigaer Bucht bzw. Estland ansteuert. Zwischen diesen beiden Druckgebilden hat sich im Norden und Osten des Vorhersageraums ein veritabler Druckgradient aufgebaut, der als Motor für einen windigen bis stürmischen Julitag fungierte. An der Ostsee sowie an der schleswig-holsteinischen Nordseeküste wurden dabei glatte Sturmböen 9 Bft, teils an der Grenze zu schweren Sturmböen 10 Bft aus West-Nordwest gemessen. Während im Süden und Südwesten nahezu ungehindert die Sonne schien, die Temperatur aber unterhalb von 30°C blieb (Rheinfelden 29,1°C), zogen über die Mitte und den Norden mal mehr, mal weniger dichte Quellwolken hinweg, aus denen sich aber kaum mal ein Schauer herausquetschen ließ.

In der nun folgenden Nacht zum Samstag fächert der Gradient allmählich auf, da vor allem im Nordosten der Luftdruck mit Abzug des Tiefs etwas ansteigt. Hinzu kommt der Tagesgang, so dass der Wind zunächst im Binnenland soweit nachlässt, dass keine Warnungen mehr nötig sind. An der Küste dauert´s etwas länger, allerdings lässt sich auch dort von Westen her ein Abwärtstrend konstatieren. Um 06 UTC dürften dann nur noch an der mecklenburg-vorpommerschen Küste Böen 7, exponiert 8 Bft aus Nordwesten auftreten.

Bliebe noch zu erwähnen, dass sich weite Teile des Landes auf eine gering bewölkte oder klare Nacht einstellen können, auch wenn sich die Tagesbewölkung gerade im Norden unterhalb einer Inversion bei 850 bis 800 hPa nicht überall vollständig auflöst. Außerdem zieht in Nachthälfte zwei von der Nordsee und den Niederlanden mehrschichtige Bewölkung in den Westen und Nordwesten, aus der in den Morgenstunden erste zaghafte Tropen zwischen Ems- und Ostfriesland, vielleicht auch am Niederrhein fallen können. Warmluftadvektion (WLA) ist hier das Stichwort, welche die Annäherung einer Warmfront ankündigt, die zu einer flachen, Richtung Schottland ziehenden Welle gehört. Bei Taupunkten, die vielfach unter 10°C, im Süden und Südwesten z.T. sogar unter 5°C liegen, sind die Bedingungen für eine bezogen auf den Schlaf im wahrsten Sinne des Wortes gesunde Abkühlungsrate optimal. So geht die Temperatur verbreitet auf 14 bis 8°C, in einigen Mittelgebirgssenken und -mulden sogar noch weiter zurück. Einzig am Oberrhein (punktuell) sowie direkt an der See bleibt es etwas milder, aber immer noch frisch genug.

Samstag …

bleibt die nordwestliche Höhenströmung bestehen, wobei sie einen leicht antizyklonalen Touch bekommt. Nicht unüblich angesichts der Tatsache hochreichender WLA, die einen wenn auch nur geringen Potenzialgewinn induziert. Wer nun aber glaubt, dass das Wetter insgesamt antizyklonaler wird, befindet sich auf dem Holzwege. Der infinitesimale Rücken, der sich in der Isohypsendarstellung ausmachen lässt, wird spielend von WLA überlaufen, was leichte Hebungsprozesse zur Folge hat. Hinzu kommt die Tatsache, dass die o.e. Warmfront nicht nur auf den Vorhersageraum übergreift, sondern diesen auch ost-südostwärts passiert (was endgültig aber erst in der Nacht zum Sonntag abgeschlossen sein wird). Die zugehörige Welle hat sich mittlerweile dem Tief AUSYNJA zwischen Island und Norwegen angeschlossen und ist nur noch als Bodentrog auszumachen. Das aber nur der Chronistenpflicht halber.

Wettertechnisch muss sich die NO-Hälfte auf reichlich Gewölk einstellen, was angesichts der gut gesättigten maritimen Subpolarluft (mPs; T850 um 7°C => Tmax 18 bis 24°C) kein Wunder ist. Hinzu kommt seichter stratiformer Regen oder auch Nieselregen, der sich über NDS ost-südostwärts bis nach Sachsen ausbreitet. Sehr wahrscheinlich wird es sich dabei nicht um ein flächig vollständig ausgefülltes Regengebiet handeln, sondern vielmehr um ein fragiles System mit Lücken, das in der Tagessumme nicht mehr als 5 l/m² maximal zusammenbringt. Einzig an der Nordseeküste könnte der ein oder andere Liter mehr herausspringen. Weitgehend trocken bleibt es im Nordosten, wo besonders an der vorpommerschen Küste die Chancen für ein paar Sonnenstunden gar nicht schlecht stehen.

Noch besser stehen sie freilich im Süden und Südwesten der Republik, wo die Warmfront nicht hinkommt und der Azorenhochkeil standhaft bleibt. Dort steigt auch die Temperatur wieder an auf 25 bis knapp 31°C, wobei zwischen Mannheim und Basel sowie rüber bis in den Raum Saarbrücken mit den höchsten Werten zu rechnen ist.

Kurz noch ein Satz zum Wind, der gegenüber heute 1-2 Ligen absteigt. Zwar muckt er aus westlichen Richtungen kommend an den Küsten sowie mit Durchgang eines Bodentrogs an der Warmfront mitunter etwas auf. Böen 7 Bft dürften sich aber in Grenzen halten, so dass Warnungen zumindest für den Zeitraum bis zum Abend fraglich sind.

Erst in der Nacht zum Sonntag, wenn sich im Raum Oslo ein Teiltief am Okklusionspunkt bildet und die Kaltfront die Deutsche Bucht und später den äußersten Norden erreicht, zieht der auf Nordwest drehende Wind zunächst an der Nord-, später auch an der Ostsee wieder an (Böen 7 Bft). Ansonsten kommt es in der NO-Hälfte zu zeitweiligen Regenfällen, die sich punktuell gegenüber dem Tag sogar etwas verstärken (> 5 l/m² innert 12 h). Nach Südwesten hin bleibt es weiterhin trocken, allerdings wird es gebietsweise wolkiger. Das erklärt u.a. auch, warum die Tiefsttemperatur mit 18 bis 11°C nicht mehr so niedrig ausfällt wie die Nacht zuvor.


Synoptische Entwicklung bis Montag 06 UTC

Sonntag …

Es gelten die Ausführungen der heutigen Frühübersicht.

Modellvergleich und -einschätzung

Die Lage wird modellübergreifend sehr ähnlich eingeschätzt. Signifikante Abweichungen sind nicht erkennbar.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach

Dipl. Met. Jens Hoffmann

SYNOPTISCHE ÜBERSICHT KURZFRIST

ausgegeben am Mittwoch, den 01.07.2026 um 08 UTC

GWL und markante Wettererscheinungen: Übergang von TrW (Trog Westeuropa) zu NWa (Nordwest antizyklonal.

Heute noch gebietsweise Gewitter und (Stark)Regen. Ab Donnerstag vor allem an den Küsten, am Freitag bis in nord- und ostdeutsche Binnenland ausgreifend windig bis stürmisch.

Synoptische Entwicklung bis Freitag 24 UTC

Mittwoch…

starten wir in das zweite Drittel eines bisher äußerst schlagzeilenträchtigen meteorologischen Sommers und tun das mit ordentlich Tamtam. Zu viel Tamtam, so die Ausführungen der soeben in den wohlverdienten Feierabend entlassenen Nachtdienste, die ´ne Menge konvektive Ballerei zu verwalten hatten. Gleich mehrere Multizellensysteme sind im Grunde seit gestern Nachmittag von Süd-Südwest in Richtung Nord-Nordost unterwegs, die sich in den mittleren Landesteilen inzwischen zu einem großräumigen Cluster vereinigt haben. Dieser weist am frühen Morgen zwar noch mehre Gewitterherde auf, präsentiert sich in Teilen aber schon ungewittrig, gleichwohl aber noch starkregenlastig. Von Süden folgen noch ein paar nicht zu vernachlässigende “Nachgeburten”, von denen es vor allem das System aus der Schweiz bzw. dem Vorarlberg zu beachten gilt. Aber auch sonst hat der heutige 1. Juli noch ein paar konvektive Überraschungen parat, bevor sich für ein paar Tage eine Nordwestlage mit nach Norden hin durchaus frühherbstlichem Touch (Wind) einstellt.

Bevor wie darauf zu sprechen kommen, erstmal zur die Lage von heute. Prägendes Gebilde ist ein gut definierter, weil scharf geschnittener KW-Trog, dessen Achse gerade dabei ist, die westlichen Grenzen des Vorhersageraums zu übertreten. Bis zum Abend erreicht der Trog die Mitte des Landes, wobei er im Süden, genauer gesagt südlich der Alpen eine Abtropfung anstrebt. Wichtiger als das ist aber die Tatsache, dass die hebungsfreudige (PVA, weniger WLA) Vorderseite im Süden und Osten mit einer nicht überbordend labilen, aber sehr feuchten (PPWs bis 40 mm) Subtropikluft (xS) sowie der Kaltfront des flachen Tiefs YUNA über den Nordwesten Polens interagiert. Das erklärt die o.e. Gewittersysteme, die nun in den folgenden Stunden aber unterschiedliche Laufbahnen einschlagen. So schwächt sich der große Regenkuchen aus der Mitte (Blitze treten kaum noch auf) auf seinem Weg in Richtung Nord-Nordost alsbald ab, was vornehmlich der nachlassenden PVA zuzuschreiben ist. Wahrscheinlich tritt anfangs regional begrenzt noch nicht-elektrischer Starkregen auf, der bis zum Mittag aber ebenfalls immer schwächer wird.

Anders die Situation bei dem System, das sich gerade im äußersten Süden formiert respektive die Grenze überschritten hat und nun in den nächsten Stunden via Oberschwaben/bayerisch Schwaben und Ober- Richtung Niederbayern zieht. Hier bilden ein PVA-Maximum im Bereich der Trogspitze, Gegenstrom (bis etwa 600 hPa Nordwest, darüber Süd) sowie eine hochreichend gesättigte, in den Lapse-Rates gar nicht mal so steile Luftmasse einen harmonischen Dreiklang, der mit Hilfe von etwas Scherung der ungünstigen Tageszeit trotzt. Im Vordergrund steht dabei der Starkregen (nicht zwingend durchweg gewittrig), teils auch mehrstündig mit Unwettergefahr (> 25 l/m² innert kurzer Zeit bzw. 35 bis 60 l/m² innert weniger Stunden). Hagel (nicht allzu groß) kann ebenso nicht ausgeschlossen werden wie Böen 7-8 Bft, worst case 9 Bft.

Nachdem sich die gesamte Szenerie bis Mittag bzw. in der Mittagszeit etwas beruhigt hat, erfolgt am Nachmittag bis in den Abend hinein noch mal ein konvektives Aufflackern. Zwar ist die von Nordwesten einströmende Meeresluft (Tmax 19 bis 26°C) nicht mehr ganz so pitschefeucht wie die Luftmasse zuvor. Dafür nimmt im Trogbereich die Labilität etwas zu, so dass mit Hilfe des Tagesgangs ein paar Überentwicklungen gezündet werden können. Insbesondere im Norden (außer Nordosten) können einige hundert Joule pro Kilogramm CAPE aufgebaut werden, welches sich in Gewitter umwandeln lässt. Aber auch die östliche Mitte sowie der äußersten Süden stehen im Fokus, wobei wir hier über pulsierende Einzelzellen der Marke “markant” reden: Starkregen, Hagel und Böen bis 8 Bft. Das Damoklesschwert “Unwetter” schwebt aber auch bei diesen Zellen über uns, weil 25 l/m² eben mal relativ schnell erreicht bzw. überschritten werden können.

Am trockensten und sonnigsten und wärmsten (25 bis 29°C) wird es heute im breiten Westen inkl. der westlichen Mitte, wo hinter der Trogachse nicht nur eine ganz andere Luftmasse Fuß fasst (PPWs teils unter 20 mm). Es macht sich zudem ein Keil des nach Osten verschobenen Azorenhochs bemerkbar (Gott zum Gruße IMMANUELL), der die Abtrocknung der Luftmasse forciert und zudem bei etwa 700 hPa eine Sperrschicht einzieht.

In der Nacht zum Donnerstag tropft der Trog über Oberitalien ab, während sich gleichzeitig das nördliche Residuum in Richtung Polen, Tschechien und Österreich verabschiedet. Rückseitig steigt das Potenzial zwar an, so ein richtiger Rücken will uns aber nicht beehren. Vielmehr stellt sich eine antizyklonal konturierte west-nordwestliche Höhenströmung ein, die im Norden von WLA überlaufen wird. Absender ist das Tief ZOE, ein kleiner 1005+X-hPa-Wirbel, der - angetrieben von der über dem mittleren Nordatlantik durchaus gut formierten Frontalzone - Schottland von den Hebriden her in Richtung Südrand Norwegische See überquert. Das zugehörige okkludierende Frontensystem nähert sich von Nordwesten her, wird Deutschland aber noch nicht erreichen. Nichtsdestotrotz nimmt die mehrschichtige Bewölkung über und an der Nordsee sowie im Grenzbereich zu Benelux bis zum Morgen zu und vielleicht fallen zwischen Sylt und Borkum bei aufbrisendem Südwestwind schon die ersten Tropfen.

Ansonsten lässt sich konstatieren, dass sich mit Abzug des Troges sowie dem Tagesgang die Szenerie bereits im Laufe der ersten Nachthälfte beruhigt. Am längsten regnet es noch am Alpenrand sowie im südöstlichen Bayern, allerdings mit abnehmenden und aus Warnperspektive unkritischen Raten. Darüber hinaus weitet sich der Hochkeil unter Kräftigung nach Osten aus, was eine weitere Abtrocknung und großräumige Rückbildung respektive Auflösung der Bewölkung zur Folge hat. Etwas weniger umständlich könnte man auch formulieren, dass es vielerorts aufklart (=> flache Nebelfelder), was insofern eine gute Nachricht ist, als dass es mal wieder anständig abkühlt. 16 bis 10°C Minimum sind die realistischen Zielvorgaben, in einigen Mittelgebirgssenken und -tälern sogar einstellig. Lediglich direkt an der See bleibt es stellenweise etwas milder. Also los Freunde, Türen und Fenster sperrangelweit auf und Luft austauschen.

Donnerstag…

macht sich der nächste Trog auf den Weg zu uns, der aber merklich flacher konfiguriert ist als sein Vorgänger. Tief ZOE steuert die norwegische Westküste unweit von Svinöy an, um am Nachmittag Landgang mit Zellsplitting zu machen. Während der eine Kern küstennah nordostwärts zieht und das Interesse an Deutschland gänzlich verliert, steuert das südliche Druckminimum den Oslofjord an (Freitag 00 UTC). Von ihm wird auch am Freitag noch die Rede sein, doch eins nach dem anderen.

Da rückt am morgigen Donnerstag zunächst mal das okkludierende Frontensystem in den Blickpunkt, das ganz uncharmant von der Nordsee und Benelux her übergreift und vor allem den Norden und Nordwesten, am Nachmittag dann etwas abgeschwächt auch Teile von NRW, Hessen und RP mit stratiformen Regenfällen leichter Intensität versorgt (Tagessumme meist unter 5 l/m²). Mit Ankunft des Potenzialtrogs sowie der Okklusion etwa gegen Mittag nimmt die Labilität im Norden und Nordwesten etwas zu, was aus skaligem Regen Schauer und vielleicht sogar einzelne Gewitter macht. Viel CAPE steht allerdings nicht zur Verfügung, dafür ist die frische einfließende subpolare Meeresluft (mPs; Rückgang T850 auf Werte um 8°C) sehr gut geschert. Kurzum, wenn Gewitter, dann mit kleinem Hagel und Böen bis 8 Bft, die aber auch in Schauern auftreten können. Ohnehin muss man notieren, dass der Wind morgen rein aus dem Gradienten angetrieben erst an der Nord-, später dann auch etwas schwächer an der Ostsee inkl. dem küstennahen Binnenland sowie in weiten Teilen SHs spürbar auffrischt. Dabei stehen Böen 7 bis 8 Bft, zum Abend hin an der Nordsee mit Drehung von SW-W auf NW auch einzelne Sturmböen 9 Bft auf der Karte, während an der Ostsee (SW-W-Wind) bei vereinzelten “8ern” Schluss ist. Dass auch der Harzer Brocken (nicht zu verwechseln mit dem Harten Brocken, einer Krimiserie aus Sankt Andreasberg) mit stürmischen Böen 8 Bft aufwartet, überrascht nicht wirklich.

Je weiter wir in den Süden des Landes gehen, desto antizyklonaler das Geschehen. Trog zu flach (sogar Ansätze von einem Höhenkeil sind erkennbar), dazu Fortbestand des Azorenhochkeils. Das reicht, um bis in die östliche Mitte einen locker bewölkten bis sonnigen und trockenen 2.Juli zu garantieren. Warm wird´s auch mit 24 bis 29°C (am Oberrhein sowie im Rhein-Neckar-Raum lokal 30°C nicht ausgeschlossen). Nur ganz im Norden und Nordwesten muss/darf man sich mit 20 bis 24°C begnügen.

In der Nacht zum Freitag schwenkt der Trog ost-südostwärts über den Norden und die Mitte hinweg. Vorgeschaltet die teilokkludierte Kaltfront, die mit ganz leichtem Regen bis nach Süddeutschland vorankommt und dort für kurze Zeit den guten IMMANUEL etwas piesackt. Rückseitig strömt subpolare Meeresluft ein, in der T850 auf 10°C an der Grenze zu CH/A und 5°C fast in der gesamten Nordhälfte zurückgeht. Derweil steuert das zugehörige Tief südschwedisches Festland an und sorgt an der See für eine sehr windige bis stürmische Nacht. Vor allem in Nachthälfte zwo, wenn der Keil im SW wieder zulegt (Druckanstieg ca. 6 hPa) und der Gradient im Norden anzieht, muss an Nord- und Ostsee neben vereinzelten Schauern/Gewittern vermehrt mit Böen 8-9 Bft aus West bis Nordwest gerechnet werden.

Auf thermischer Seite kommen wieder erfreuliche Nachrichten aus dem Ticker, kühlt es doch in weiten Teilen auf 15 bis 9°C ab. Milder bleibt es lediglich unter der frontalen Bewölkung in Süddeutschland sowie in unmittelbarere Nähe der inzwischen schon hochdekorierten Nord- und Ostsee.

Freitag…

wird´s ein Stück weit frühherbstlich in Teilen Norddeutschlands. Vor allem der West-Nordwestwind legt für sommerliche Verhältnisse ´ne flotte Sohle aufs Parkett - nicht nur an der Küste nebst küstennahem Binnenland, wo Böen 8-9 Bft auf dem Zettel stehen. Bis weit ins nord- und ostdeutsche Binnenland wird der Wind deutlich spürbar sein mit Spitzen 7-8 Bft. Kein Wunder, wenn unser Freund IMMANUEL am Oberrhein rund 1026 hPa aufs Barometer bringt, während die in Richtung Gotland und später zum Baltikum abdriftende ZOE zur Mittagszeit in Vorpommern rund 1015 hPa generiert.

Der o.e. Trog verlagert sich zum östlichen Mitteleuropa, was hier eine im Norden und Osten zyklonale, sonst eher indifferente nordwestliche Höhenströmung zur Folge hat. Weiterhin bestimmt subpolare, im Süden und Südwesten antizyklonal modifizierte Meeresluft das Geschehen, was im Norden und Osten bei wechselnder Bewölkung und maximal 19 bis 24°C vereinzelte Schauer, häufig aber auch trockene Verhältnisse zur Folge hat. Sonniger und wärmer mit bis zu 27°C geht es im Süden und Südwesten zu mit einer Ausnahme. Im Grenzbereich zur Schweiz, im südlichen Alpenvorland sowie direkt an den Alpen machen sich die Reste der Kaltfront sowie Staueffekte mit dichter Bewölkung, teils andauernden Regenfällen und niedrigeren Temperaturen bemerkbar.

Die Nacht zum Samstag im Telegramm: Ausweitung des Bodenhochkeils, leichte Potenzialgewinn in der Höhe => langsam abnehmender Wind im NO, Ostsee bis zum Morgen noch stürmisch. Teils wolkig, teils klar, 14 bis 7°C (Mittelgebirge am kühlsten), Küste milder.

Modellvergleich und -einschätzung

Im Großen und Ganzen simulieren die Modelle ähnlich. Heute noch mal ´ne Hucke konvektives Nowcasting, danach skalige Windprophylaxe.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach

Dipl. Met. Jens Hoffmann

SYNOPTISCHE ÜBERSICHT KURZFRIST

ausgegeben am Mittwoch, den 24.06.2026 um 08 UTC

GWL und markante Wettererscheinungen: GWL: HM (Hoch Mitteleuropa)

Außergewöhnliche, fast historische (für den Frühsommer) Hitzewelle mit wahrscheinlichen 40°C. Höhepunkt voraussichtlich Freitag/Samstag.

Synoptische Entwicklung bis Freitag 24 UTC

Mittwoch…

steht uns nach einem “entspannten” Dienstag - von Norden betrachtet hatte es die 30°C-Isotherme bis in die Mitte geschafft und einige Wolkenfelder konnten auch willkommen geheißen werden - der nächste fette Hitzetag ins Haus. Wobei, was heißt hier fett, geht doch alles noch gemessen an dem, was uns in den nächsten Tagen noch so blüht. Deshalb hier ein kleiner praktischer Tipp an all diejenigen, die unter der Hitze leiden und sich sehnlichst Abkühlung wünschen: An dieser Stelle aufhören zu lesen und sich am Mittag die Synoptische Übersicht Mittelfrist zu Gemüte führen. Da allerdings auch den ersten Teil (Wochenende) weglassen. Danach wird´s ein Bestseller.

Kommen wir zur Lage der Nation, die auch den heutigen Tag unter dem Nordostquadranten eines wuchtigen (im Zentrum taucht im Tagesverlauf eine 592-gpdam-Isohypse auf) und stationären Potenzialrückens über West- und Mitteleuropa verbringt. Wenn man so will, hat das großräumige Strömungsmuster etwas von einem leicht geplätteten Omega. Omega deswegen, weil der Rücken von einem Cut-Off-Tief westlich der Iberischen Halbinsel sowie einem Trog über dem nahen Osteuropa flankiert wird. Geplättet deswegen, weil er keine überbordend nach Norden weisende Amplitude aufweist. Ist schlussendlich aber alles Makulatur. Was zählt, ist - passend zur WM -, was auf dem Spielfeld passiert und da heißt die Losung ganz klar Absinken und Einstrahlung satt.

Weiter mit am Start ist Kollege HARTMUT, von Beruf Hochdruckgebiet, mit rund 1020 hPa in der Spitze gar nicht mal so hoch dekoriert, aber wie auch bei dieser Hitze. Mittlerweile hat sich HARTMUT ordentlich breitgemacht, erstreckt er sich doch von UK/Irland bis hinüber zum Schwarzen Meer plus breiten Keil in Richtung Golf von Sirte. Die bei uns lagernde Luftmasse trägt weiterhin tropische Züge (xT) mit 850-hPa-Temperaturen, die heute Abend von 14°C in Vorpommern bis 22°C im Südwesten reichen. Damit liegt der fühlbare Anteil der Luftmasse auf ähnlichem Niveau wie an den vergangenen Tagen. Was sich geändert hat, ist der Wasserdampfgehalt. Egal, welchen Marker man nimmt (Taupunkt, pseudopotenzielle Temperatur, PPW etc.), es ist trockener geworden. Damit ist die Gewitterwahrscheinlichkeit nochmal geringer als gestern, wo es im Süden ja noch ein paar Exemplare geschafft haben, in die Lüfte zu steigen. Zwar ist die Luft dort auch heute noch labil und es wird auch ausreichend CAPE generiert. Die trockene Grundschicht nebst einer bei 600 hPa eingezogenen Sperrschicht dürften aber ausreichen, sämtliche Bemühungen, elektrische Überentwicklungen zu erzeugen, im Zaum zu halten. Nur mit sehr geringer Wahrscheinlichkeit reicht es im äußersten Süden sowie im Bayerischen Wald für ein orografisches Gewitter der Marke markant (SR, Hagel, Böen bis 8 Bft).

Ansonsten bliebe “nur” noch zu konstatieren, dass heute verbreitet die Sonne scheint, gnadenlos und meist am astronomischen Limit. Nur ganz im Norden schaffen es ein paar wenige Wolken, von der Deutschen Bucht her das küstennahe Binnenland zu streifen. Thermisch geht´s wieder in die Vollen mit verbreitet 30 bis 35, in der Südwesthälfte 33 bis 38°C, wobei die Spitzen an Rhein, Mosel und Saar sowie deren Nebenflüssen erwartet werden. Lediglich ganz oben im Norden sowie an den Küsten wird es nicht ganz so heiß, was auch daran liegt, dass der anfänglich überwiegend aus Süd-Südost kommende Wind zum Nachmittag mehr und mehr auf West bis Nord dreht.

In der Nacht zum Donnerstag ändert sich nicht viel an der Lage. Am auffälligsten dürfte noch der Untergang der Sonne sein sowie ein Band tiefer Bewölkung, dass mit der o.e. Winddrehung von der Nordsee ins nördlichste Binnenland Norddeutschlands gesteuert wird. Im größten Teil des Landes verläuft die Nacht klar, was aber mitnichten bedeutet, dass es auch vernünftig abkühlt. Klar geht die Temperatur zurück, aber nicht so weit, wie es die meisten von uns gerne hätten. Häufig wird die 20°C-Marke nicht unterschritten, in einigen Ballungszentren West- und Südwestdeutschlands sowie in mittleren Lagen sind sogar Minima von 23 oder 24°C möglich. Am besten klappt es mit der Abkühlung nach Südosten hin sowie in den Mulden und Senken der östlichen Mittelgebirge, wo punktuell sogar 15°C unterschritten werden.

Donnerstag…

bleibt der Rücken Trumpf, wobei seine Hauptachse geringfügig ostwärts wandert. Damit verlagert sich auch das korrespondierende Bodenhoch etwas nach Osten. Das Zentrum mit etwas über 1020 hPa verbleibt aber über der Nordsee. Mit der leichten Progression verschiebt sich auch die west-südwesteuropäische Hitzeblase etwas nach Osten, was bei uns einen leichten Anstieg der 850-hPa-Temperatur auf 17 bis 23°C zur Folge hat. Und das auf einer geopotenziellen Höhe von rund 156 gpdam, also recht hoch, was wichtig für die Projektion der Temperatur auf irdisches 2m-Niveau ist. So macht die 2m-Temperatur morgen einen weiteren Satz nach oben, heißt, die 35°C-Isotherme rückt vor bis etwa einer gebogenen Linie Münsterland-Eichsfeld-Berlin (MOS). 39°C können an den Flussläufen und tiefen Lagen Südwestdeutschlands mit Überadiabate als sehr wahrscheinlich, 40°C als nicht ausgeschlossen angesehen werden. MOS jedenfalls offeriert in der Kurpfalz die “40”, während die DMOs noch etwas zurückhaltender agieren. Sollten die 40°C tatsächlich erreicht werden, wäre damit der Junirekord aus dem Jahr 2019 (Bernburg/Saale 39,6°C, 30.06.) Geschichte. Wohl dem, der im äußersten Norden weilt, wo mit nördlichen Winden weniger heiße Luft advehiert wird, direkt an der See sogar unter 25°C.

Bleibe nur noch fstzuhalten, dass die Sonne wieder bis zum Anschlag scheint. Im Norden und Nordosten bis zur Mitte zeitweise garniert von einigen Cu hum, die sich aus der labilen Grundschicht lösen, über 800 hPa (Inversion) aber nicht hinauskommen. Apropos Labilität, die auch sonst morgen durchaus vorhanden ist. Inzwischen - nicht zuletzt auch wegen auf der auf Ost drehenden Winde - ist die Luftmasse aber gerade im Süden soweit abgetrocknet, dass kaum CAPE vorhanden ist und in Sachen Konvektion nichts geht. Am feuchtesten ist die Luft im Nordwesten, wo tatsächlich nicht unerheblich CAPE generiert wird, was aufgrund der starken Deckelung aber gänzlich verschenkt ist.

Die Nacht zum Freitag bringt nicht viel Neues, zumindest nicht wetterlagentechnisch. Abermals steht verbreitet eine Tropennacht auf der Karte, vor allem im mittleren und südlichen Drittel des Landes (nach Südosten hin aber etwas abgemildert). Möglich, dass lokal sogar 25°C nicht unterschritten werden, was nicht schön, aber rekordverdächtig ist. Aber schlimmer geht immer, wie die für kommende Nacht in Paris apostrophierten 30°C Minimum zeigen - Wahnsinn! Besser sieht´s im norddeutschen Binnenland aus, wo 17 bis 13°C auf dem Zettel stehen.

Freitag…

spitzt sich die Lage weiter zu. Progression der Potenzial- und Temperaturwelle setzen sich fort, auch wenn die Schritte klein sind. Es reicht, um den Rücken genau über dem Vorhersageraum zu platzieren und T850 auf 20 bis 24°C hochzujagen. Damit müssen wir uns bei voller Einstrahlung auf verbreitet 35 bis 40°C einstellen, wobei nicht auszuschließen ist, dass irgendwo zwischen Untermain, Rhein-Main-Gebiet und Rhein-Neckar-Raum oder auch weiter westlich/südlich davon sogar 41°C aufleuchten. Sollte das tatsächlich klappen, und die Vorzeichen stehen gut, wären wir nicht allzu weit entfernt vom deutschen Allzeitrekord vom 25.07.2019, wo in Tönisvorst und Duisburg-Baerl satte 41,2°C gemessen wurden. Wer weiß, wer weiß… Fakt ist, dass selbst an den meisten Küstenabschnitten bzw. auf den Inseln 30°C und mehr erreicht werden, weil der Wind aus Ost bis Südost und somit überwiegend ablandig weht. Einzig an der schleswig-holsteinischen Ostseeküste kommt er kühlend von der See.

Das Thema Konvektion dürfte am Freitag noch klein gehalten werden. Zwar beginnt von Westen her der Luftdruck zu fallen (=> Rinne). Labil ist die Luft auch - gerade bis 700 hPa hinauf sind die Lapse Rates extrem steil - und gerade im Westen und Nordwesten wird sie immer feuchter. Schaut man sich daraufhin allerdings die Prognoseaufstiege an, erkennt man, dass gerade die Grundschicht, aber auch die Mitteltroposphäre doch noch ganz schön trocken sind und ein nicht unerhebliches Maß an CIN vorhanden ist. Und genau das zu überwinden, wird nur schwer möglich sein, weil dynamisch weiterhin wenig bis nichts geht. Selbst wenn die Rückenachse durch ist und die Höhenströmung auf Südwest rückdreht, ist diese doch noch weitgehend antizyklonal konturiert. Und ob das Bergland schon in der Lage ist, den Deckel zu sprengen, ist fraglich. Auf alle Fälle werden die Bedingungen für (teils schwere) Gewitter am Wochenende besser.

Modellvergleich und -einschätzung

Die Modelle simulieren sehr ähnlich. Im Grunde konzentriert sich alles auf die Fragen, wie heiß wird es genau (aufs Zehntel), schaffen wir den Monats- oder sogar den Allzeitrekord? Die Voraussetzungen dafür stehen nicht schlecht, auch wenn die extremen Bedingungen aus dem benachbarten Frankreich mit bis zu 45°C nicht 1:1 auf unseren Raum übertragbar sind. Eine über weite Strecken trockene und heiße Vorgeschichte mit hochliegenden Potenzialflächen (=> großer Abstand zwischen 850 hPa und Boden + Überadiabate), dazu die entsprechende Luftmasse mit hochreichender Grundschicht, Sonnenhöchststand - es passt Vieles. Zünglein an der Waage, wenn´s um die letzten Zehntel geht, könnte der Saharastaub werden, der nach den Prognosen den Weg zu uns finden soll respektive das partiell schon getan hat (Westen/Nordwesten). Allerdings werden Konzentration und optische Dicke nicht allzu hoch gerechnet, so dass sich der dämpfende Impact in Grenzen halten dürfte. Es wird auf alle Fälle spannend.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach

Dipl. Met. Jens Hoffmann